Die Matif klettert am Mittwoch wieder nach oben. Am Kassamarkt suchen Futtermischer offenbar schnelle Ware.

Die Mahlweizen- und Raps-Futures an der Pariser Matif haben am Mittwoch zum Erholungssprung angesetzt. Nach zwei Tagen heftiger Verluste notieren die beiden vorderen Weizen-Futures zur Mittagszeit um mehr als 6 €/t im Plus, die vorderen Raps-Kontrakte liegen mit gut 4,50 €/t in den grünen Zahlen.

Als Grund für die Erholung führen Gesprächspartner am deutschen Kassamarkt und internationale Analysten an, dass die Phase der Gewinnmitnahmen in Paris und Chicago zunächst einmal vorüber zu sein scheine. Denn aus fundamentaler Sicht gilt der weltweite Getreide- und Ölsaatenmarkt weiterhin als fest. Auch die externen Märkte zeigen sich am Mittag freundlicher: Der Deutsche Aktienindex DAX und der Euro notieren heute ebenfalls fester.

Getreidemakler erwarten, dass mit dem Klettern der Matif in den positiven Bereich das Prämiengeschäft auf neuerntigen Weizen wieder an Fahrt gewinnt. Vor allem große Erzeuger seien hier aktiv gewesen und hätten auch auf der Mühlenseite vereinzelt Partner gefunden.

Seit Anfang der Woche hat regional der Weizendrusch begonnen. Die ersten Partien in Bayern und am Mittellandkanal überzeugen dem Vernehmen nach mit hohen Proteinwerten und guten Hektolitergewichten und Fallzahlen.

Auch wenn diese Aussagen mangels Masse nur begrenzt aussagefähig sind, bremsen die frühen, guten Qualitäten die Neigung der Landwirte, Weizen als schnellen Futterweizen zu vermarkten. Wie agrarzeitung.de aus Handelskreisen erfuhr, suchen Mischer in den Niederlanden und Niedersachsen Futterweizen zur prompten Lieferung für rund 260 €/t franko/cif. Doch gute neuerntige Qualitäten wolle die Erzeugerschaft nicht als Futterware verscherbeln. Wie viel Ware gesucht sei, war nicht zu erfahren.

Gleichzeitig verliert das Regenszenario in den USA etwas an dämpfender Wirkung - besonders auf die Getreidepreise. Die US-Wetterkarten zeigen weiterhin sehr hohe Temperaturen in den wichtigen Anbaugebieten für Mais und Sojabohnen. Zwar könnten starke Niederschläge in den nördlichen Teilen des Mittleren Westens fallen. Doch Regen in jedweder Ausprägung kann zum jetzigen Zeitpunkt Ertragsrückgänge bei Mais allenfalls aufhalten, schätzen von agrarzeitung.de befragte US-Erzeuger.

Die US-Sojabohnenbestände können zwar theoretisch noch von Niederschlägen im August zur Ertragsbildungsphase profitieren. Doch auch hier sprechen Farmer bereits von deutlich reduzierten Aussichten - vor allem im Süden der Vereinigten Staaten. (pio)
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