Ernte 2016

Landwirte rechnen eher Futterweizen ab

Im westdeutschen Raum rechnen die Landwirte die diesjährige Getreideernte nur teilweise ab. Je nach Stand der Vorkontrakte gibt es aber größere Abweichungen. Im Rheinland dürften die Landwirte einschließlich der Kontrakt-Verpflichtungen etwa ein gutes Drittel ihrer Weizenernte verkauft haben. Tendenziell lässt sich beobachten, dass sich die Erzeuger eher von Futterweizen als von den besseren Qualitäten trennen wollen. Die Erzeugerpreise Rheinland lagen zur Wochenmitte zwischen 133 bis 135 €/t für Futterweizen und zwischen 138 bis 140 €/t für B-Weizen. Tendenziell werde etwas mehr als im letzten Jahr abgerechnet, da sich im Vorjahr die Lagerung kaum gelohnt habe, berichten Erfassungshändler. Die Landwirte haben noch bis Ende August Zeit, denn für den Erntemonat berechnet der Handel keine Einlagerungskosten.
 
In Westfalen wurden vor der Ernte mehr Vorkontrakte abgeschlossen. Einschließlich dieser Verpflichtungen haben die Landwirte etwa zwei Drittel ihrer Weizenernte verkauft. Die Erzeugerpreise für B-Weizen lagen am Mittwoch je nach Region zwischen 140 und 145 €/t und für Futterweizen um die 135 €/t.
 
Die weitere Vermarktung von Weizen, aber auch Gerste, hängt in beiden Landesteilen nach Einschätzung des Handels von der Liquidität der Betriebe ab. Betriebsmittelkäufe oder anstehende Pachtzahlungen könnten noch Verkaufsaktivitäten der Landwirte auslösen. Bei der Gerstenernte bietet sich kein einheitliches Bild. Die Abrechnungsquote der  Landwirtschaft schwankt zwischen einem Drittel und etwa zwei Drittel.
 
Bei Raps hoffen viele Erzeuger durch die kleinere Rapsernte auf höhere Preise in den kommenden Monaten. Im Rheinland wurden 25 bis 30 Prozent der Rapsernte abgerechnet. Im westfälischen Raum haben die Landwirte dagegen mehr als die Hälfte und bis zu zwei Drittel ihrer Rapsernte im Vorfeld oder in der Ernte verkauft. (St) 
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