Ernte 2014

Logistik zum Finale gefordert

Die Getreideernte in weiten Teilen Thüringens, dem südlichen Sachsen-Anhalt und Sachsens sowie Teilen Vorpommerns nähert sich jetzt dem Ende. Den Aussagen örtlicher Landhändler zufolge sollen aber doch etwa 20 Prozent des Weizens in diesen Regionen noch auf dem Halm stehen.

Trocknung erforderlich

Die Landwirte dreschen jetzt ihr Getreide auch bei Feuchtigkeitsgehalten von über 20 Prozent. „Für den Landhandel und die Genossenschaften ist die Logistik in diesen Tagen eine echte Herausforderung", meinte ein sächsischer Landhändler. Die unterschiedlichen Qualitäten müssen bei höchst unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehalten getrennt und anschließend getrocknet werden.

Die Proteinwerte sind in den Regionen um bis zu 1,5 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Die Fallzahlwerte reichen von 100 bis 350 Sek. „Die Hälfte der Fallzahlen beim Weizen ist jetzt so niedrig, dass die Ware nur als Futterweizen vermarktet werden kann", sagte ein Marktteilnehmer.

Verarbeiter meist eingedeckt

Die Landwirtschaft rechnet momentan vergleichsweise wenig Weizen ab, sondern lagert den Weizen beim Erfassungshandel erst einmal ein. Die Nachfrage an den Märkten ist ruhig. Lediglich in Südoldenburg lassen sich einige Mengen an Futterweizen an die dortige Mischfutterindustrie verkaufen. Bundesweit haben sich jedoch Mühlen und Mischfutterhersteller bis zum Jahresende 2014 weitgehend eingedeckt. Deshalb geht man jetzt im Handel von einem ruhigen Markt für die kommenden Wochen aus.

Für Wintergerste ist die Nachfrage derzeit ebenfalls ruhig. Die Erträge waren in diesem Jahr außergewöhnlich hoch. In Teilen Sachsen-Anhalts wurden auf den leichteren Böden bis zu 9,8 t/ha Wintergerste geerntet. „So einen Ertrag hatten wir noch nie", berichtet ein dortiger Landwirt.

Fünf-Tonnen-Raps in der Praxis

Auch die Rapsernte war hoch und lag teilweise bei einem Ertrag von über 5 t/ha. „Vor einigen Jahren haben die Züchter mit dem Fünf-Tonnen-Raps geworben. Viele Landwirte haben nicht an diese Erträge geglaubt. Jetzt haben wir auf über 250 Hektar mit teilweise sandigen Böden und 35 Bodenpunkten im Schnitt diesen Ertrag erreicht", hieß es bei einem Landwirt in Thüringen. (Ps)
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