Lose Enden in polnischer Erntestatistik


In Polen rechnen die Agrarstatistiker mit wenig Getreide und Raps. Die erste offizielle Ernteprognose hat aber noch eine weite Spanne.

Für Getreide ohne Mais erwartet das Warschauer Statistikamt 2012 eine Ernte von 22,8 bis 23,5 Mio. t. Die Menge wäre 3 bis 6 Prozent kleiner als im bereits schwachen Vorjahr. Lediglich die Roggenernte sticht mit einem Zuwachs um etwa 5 Prozent auf mindestens 2,7 Mio. t hervor, zeigen die Ende voriger Woche veröffentlichten Zahlen weiter.

Zur Körnermaisernte hält sich das Statistikamt noch bedeckt. Es weist jedoch darauf hin, dass die Maisfläche zur Ernte 2012 stark ausgeweitet worden ist und beachtliche Erträge verspricht. Bereits zur Ernte 2011 ist in Polen mit 2,4 Mio. t eine hohe Körnermaisernte eingefahren worden. Das agrarökonomische Institut IERiGZ in Warschau rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg auf etwa 3,0 Mio. t.

Addiert man die Maismenge zur Schätzung der Agrarstatistiker, errechnen sich für die gesamte Getreideernte in Polen 25,8 bis 26,5 Mio. t. Diese Zahl ist vergleichsweise pessimistisch, denn das Agrarministerium in Warschau hatte bereits Ende Juni 26,7 Mio. t Getreide in Aussicht gestellt. Diese Menge würde etwa das Vorjahresergebnis treffen.

Für Raps bewegt sich das Statistikamt ebenfalls am unteren Ende der aktuellen Einschätzungen. Es nennt eine mögliche Ernte 2012 von 1,56 bis 1,64 Mio. t. Das Minus gegenüber dem Vorjahr würde 12 bis 16 Prozent betragen.

Etwas optimistischer ist die vor wenigen Tagen veröffentlichte Prognose des Verbands der polnischen Ölmühlen PSPO, der für dieses Jahr von 1,65 bis 1,7 Mio. t Raps ausgeht. (db)
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