Mälzereien können nur schwer Ware ziehen


Die Mälzereien sind short und setzen auf fallende Preise. Gleichzeitig ist Braugerste derzeit unattraktiv niedrig bewertet. Bei einem Preisabstand von nur 10 bis 15 €/t zur Futtergerste ist die Vermarktung von Braugerste ein zu hohes Risiko für Abgeber. Bei "dieser geringen Prämie" wollten Erzeuger nicht Gefahr laufen, dass ihre Braugerstelieferungen aus Qualitätsgründen zurückgewiesen werden, sagte Michael Fleischer von der Grainexx Getreidehandels GmbH, Hamburg, auf dem Getreidehandelstag diese Woche in Warberg. Der Futterbereich oder Export seien daher attraktivere Absatzkanäle. Bei plötzlicher Nachfrage nach Braugerste aus den Mälzereien könnten die Preise folglich stark steigen.

Fleischer bezweifelte zudem, dass die Nachsaat von Sommerungen auf ausgewinterten Wintergetreideflächen zu einem deutlich höheren Angebot an Braugerste führen würde. Es sei in einigen Fällen "minderwertiges Konsumsaatgut" ausgesät worden. Außerdem seien nicht alle Standorte, die nachträglich mit Sommergerste bestellt wurden, für deren Anbau geeignet. Hinzu kommen die EU-weit sehr geringen Endbestände.

Fritz Diekgerdes von der Friedrich Diekgerdes Landhandels GmbH, Hemmelte, verwies dagegen darauf, dass der Einsatz von Futtergerste aus Kostengründen bereits in diesem Jahr im Schweinefutter reduziert worden sei - und bei weiterhin hohen Preisen künftig noch stärker zurückgefahren würde. Die Mischer würden "optimieren müssen und die günstigste Komponente wählen". (pio)
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