In einigen Gebieten ist der Raps erst in den vergangenen Tagen buchstäblich von den Feldern geräumt worden. Der Ertrag ist so niedrig, dass die Landwirte den Weizen vorgezogen haben, um hier noch zu retten was zu retten ist. Regional verbreitete Auswinterungen, keinesfalls optimale Wachstumsbedingungen während der Vegetationszeit und witterungsbedingte verlustreiche Verzögerungen der Ernte waren wesentliche Ursachen für die niedrigsten Erträge seit 2011. Raps lag regional unter 2 t/ha. Weizen, der noch in der ersten Augustwoche gedroschen wurde, ging noch als A-Weizen durch. Aber in den vergangenen Tagen holten die Landwirte nur noch Futterweizen vom Feld.

Mittlerweile bestätigen auch offizielle Stellen die schlechte Ernte im Nordosten. Wie das Statistische Amt zu Ergebnissen der 2. Ernteschätzung unter Einbeziehung erster Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) mitteilt, sind 3,5 Mio. t Getreide rund 25 Prozent weniger als im Vorjahr und 16 Prozent weniger als im sechsjährigen Mittel. Noch wesentlich schlechter fällt die Rapsernte mit einem Rückgang gegenüber 2015 um 33 Prozent auf 600.000 t aus. Und das im Haupt-Rapsanbaugebiet in Deutschland. Bei Raps fiel Mecklenburg-Vorpommern mit 2,7 t/ha  um 21 Prozent unter das Deutschland-Ergebnis mit 3,5 t/ha (2015:Deutschland 3,9 t/ha, Mecklenburg-Vorpommern 4,1 t/ha.

Winterweizen, in diesem Jahr von 332.300 ha zu ernten, bleibt mit 6,7 t/ha 24 Prozent unter dem Ertrag im Vorjahr und mit 15 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Auch Wintergerste (121.700 ha) erreicht mit 5,9 t/ha in diesem Jahr bei weitem nicht den Spitzenwert von 2015 mit 8,6 t/ha (minus 31 Prozent). (da)

 
stats