Magere Getreideerträge in Spanien

Spanien erwartet eine niedrige Ernte. Alle Getreidearten sind betroffen. Der Importbedarf des Landes in der kommenden Saison ist hoch. Die jetzt zum Drusch anstehende Gerste wird in Spanien voraussichtlich nur Erträge von 24 dt/ha bringen, schätzt das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA. Üblich sind in Spanien im Landesdurchschnitt etwa 30 dt/ha. Grund für die geringen Erträge ist Trockenheit. In Spanien hatte es im Winter kaum geregnet, und gelegentliche Schauer im Frühjahr haben das Wasserdefizit seither nicht auffüllen können.

Wegen der geringen Erträge könnte die spanische Gerstenernte gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent auf 6,5 Mio. t schrumpfen. Im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt beträgt der Rückgang sogar 30 Prozent. Absehbar sind auch eine geringere Weizen- und Maisernte. Das USDA rechnet 2012 für die gesamte spanische Getreideernte mit 21,1 Mio. t und einem Minus gegenüber dem Vorjahr von etwa 20 Prozent.

Der Importbedarf des Landes wird 2012/13 steigen. Das USDA-Büro in Madrid rechnet damit, das Spanien etwa 11 Mio. t Getreide braucht. Die Importe stammen aus EU-Ländern und Drittländern. Für Gerste und Mais war in dieser Saison die Ukraine ein wichtiges Lieferland. Unter den EU-Ländern liefert Frankreich traditionell die größten Getreidemengen nach Spanien - vor allem Weizen und Mais. (db)
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