Markt für Biodiesel verliert Antrieb


Das Wachstum der globalen Biodieselerzeugung hat einen Dämpfer erhalten. In der EU ist sogar der Rückwärtsgang eingelegt.

Insgesamt schätzt Oil World die EU-Erzeugung 2012 auf 9 Mio. t. Sie wäre etwa 1,4 Prozent geringer als 2011. Den größeren Rückgang hatte es allerdings im Vorjahr gegeben. Im Vergleich zu 2010 könnte die diesjährige Erzeugung um 6,1 Prozent gefallen sein.

Kompensiert werden Mindermengen der EU auf globaler Ebene durch Zuwächse in Indonesien und den USA. Insgesamt hat Biodiesel jedoch an Wachstumsdynamik verloren, stellt Oil World fest. Einer Zunahme 2012 um 4,2 Prozent steht ein Plus von 13 bis 20 Prozent in den drei Vorjahren gegenüber.

Verändert hat sich nach den Beobachtungen der Hamburger Analysten in den vergangenen Jahren auch die Rohstoffbasis. In der globalen Betrachtung stammt der meiste Biodiesel nach wie vor aus Sojaöl, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Stagnierend ist der Einsatz von Rapsöl. Gewonnen hat Palmöl. Stark zugenommen hat nach den Angaben von Oil World die Verwendung von Altspeiseöl, aus dem mittlerweile global fast 7 Prozent der Biodieselmenge hergestellt wird.

Für gebrauchte Speiseöle nennt Oil World zwei geografische Schwerpunkte. In der EU könnten in diesem Jahr 950.000 t Altspeiseöl zu Biodiesel verarbeitet worden sein. Hier profitieren Mineralölkonzerne, weil sie solchen Biodiesel doppelt auf die Biokraftstoffquote anrechnen dürfen. Erhebliche Mengen Frittenfett sind außerdem in den USA auf diesem Weg im Tank gelandet. Dort hilft solcher Biodiesel, die Beimischungsziele im Renewable Fuels Standard (RFS) zu erfüllen. (db)
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