Markt wartet auf Zeichen aus Russland


Moskau tagt am heutigen Mittwoch über die Ernährungssicherung. Weizen in Paris zeigt sich leicht schwächer, Raps gibt weiter nach.

Sowohl Marktteilnehmer in Deutschland als auch internationale Analysten rechnen eher nicht damit, dass die Regierung in Russland aktiv in den Exportmarkt eingreifen wird, wie im Sommer 2010 mit dem Ausfuhrstopp geschehen.

Klar sei schon jetzt, dass Russland deutlich weniger Weizen zu höheren Preisen als im Vorjahr verschiffen werde, sagen Marktteilnehmer aus dem Norden im Gespräch mit agrarzeitung.de. Ihre Prognosen gehen in Richtung 10 bis 12 Mio. t. Allerdings seien die Preise für Getreide und für Brot in Russland ein „Politikum“, heißt es, - und Moskau in der Vergangenheit „immer für Überraschungen gut“ gewesen.

In Russland wollen die Bäcker derweil beim Lebensmitteleinzelhandel Preiserhöhungen für ihre Produkte durchsetzen, da die Preise für Getreide wie Weizen im Inland deutlich gestiegen seien, berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti. Die Trockenheit werde die Getreideproduktion im Land um rund 14 Mio. t schmälern, schätzt das Agrarministerium.

Mahlweizen zum Termin November 2012 an der Pariser Matif notiert am Mittag bei hohem Handelsinteresse nur leicht schwächer. Raps schreibt mit minus 2,25 bis hin zu minus 4 €/t zu den vorderen fünf Laufzeiten deutlichere Verluste.

Dabei waren die Vorgaben aus Chicago am Mittag zwar verhalten, aber weniger unfreundlich als in den Tagen zuvor. Die Sojabohnen-Futures in Chicago tendieren am Mittag moderat ins Minus.

Seit Wochenbeginn hatten Gewinnmitnahmen in Folge weiter vorhergesagter Niederschläge für den Mittleren Westen der USA den Sojakomplex an der CBoT geschwächt. Sojabohnen können – anders als Mais – noch deutlich von Regenfällen profitieren, lautet die Einschätzung am Markt. (pio)
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