Matif-Raps mit gebremstem Schwung


Verhalten läuft das Geschäft am Kassamarkt. Anfragen der Verarbeiter gibt es vorwiegend zu Zwecken der Kalkulation.
Ein kleines Plus zeigen die Weizenpreise an der Matif an diesem Montagmittag. Mit 261 €/t notiert der Mahlweizen für den Termin Januar 2013 gegen 13 Uhr und ist damit 0,75 €/t fester als am Freitag. Rapssaat für den Termin Februar weist ein Plus von 2 €/t auf und notiert bei 473 €/t. In Chicago präsentieren sich die Weizen- und vor allem die Sojabohnenkurse heute Mittag freundlich, Mais hat ein kleines Minus zu verbuchen.

Die Sojapreise in Chicago profitieren von guten Verarbeitungsraten in den USA, erläutern Händler. Das Plus für Raps an der Matif fällt -  verglichen mit den anfänglichen Kursgewinnen bei der Sojabohne - ihrer Einschätzung nach gering aus. Größere Preisanstiege verhindert ihrer Meinung nach der Euro, der aktuell mit gut 1,31 US-$ bewertet wird und damit europäische Ware weniger preiswürdig macht.

Insgesamt fehlten dem hiesigen Ölsaatenmarkt die Impulse, heißt es. Rapssaat franko Oberrhein und franko Straubing für den Termin Januar bis März bewerten Marktteilnehmer nominell mit einer Prämie von 18 €/t beziehungsweise 10 €/t über dem Matif-Februar-Termin. Aktuell findet aber kaum Geschäftstätigkeit statt. Händler aus Süddeutschland sehen regere Aktivität erst wieder ab einem Matif-Kurs von 480 €/t einsetzen.

Im Brotgetreidebereich berichten Marktteilnehmer aus dem Nordwesten von einer eher verhaltenen Geschäftstätigkeit. Zwar gibt es hin und wieder Anfragen der Mühlen für den Zeitraum Januar bis Juni, heißt es aus dem Großhandel. Doch dabei handele es sich eher um Gespräche zum Zwecke der Kalkulation, da auch Mehlkunden Anfragen bei den Verarbeitern stellten. Generell fallen die Aktivitäten aber überschaubar aus: „Ein bisschen Gespräch, ein bisschen Geschäft“, umreißt ein Händler die Tendenz.

Zunehmend fragen sich Händler, wie es um die Deckung der Mischer und Mühlen bestellt ist. Die Abgeber im Nordwesten halten sich „seit Wochen“ zurück, wie es aus dem dortigen Handel heißt. Der Anteil an frei vermarktbarer Ware in der Landwirtschaft wird bei Weizen auf unter 20 Prozent geschätzt.

Preislich ist die Spanne zwischen den Ideen der Käufer und denen der Verkäufer recht hoch. B-Weizen, franko Hamburg, Basis Januar, wird an der Briefstelle heute mit 15 bis 16 €/t über dem Matif-Kurs für Januar angesetzt. An der Geldstelle steht dem eine Prämie von lediglich 13 €/t gegenüber. Futterweizen, franko Südoldenburg, Termin 1-6, wird mit 279 €/t (Geld) zu 283 €/t (Brief) bewertet. Für schnelle Ware sind Mischer und Mühlen derzeit nur für kleinere Partien dabei.

Exportseitig sind zwar in Hamburg und Rostock dem Vernehmen nach in den vergangenen Tagen Exportschiffe beladen worden, doch von einer stärkeren Dynamik bei Verladungen und Abrufen wollen Händler noch nicht sprechen. (pio)
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