Meist überdurchschnittliche Erträge in Bayern


Die Getreideernte könnte in Bayern mengenmäßig etwas besser ausfallen als zur Zeit vom Bauernverband prognostizert. Das legt eine Umfrage von agrarzeitung.de nahe.

Der Verband erwartet bislang eine Gesamternte von 6,4 bis 6,6 Mio. t. Dieses Ergebnis läge leicht über den Vorjahresmengen, aber etwas unter dem langjährigen Mittel. Eine Umfrage von agrarzeitung.de in Handels- und Verarbeitungskreisen brachte etwas höhere Prognosen, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden.

Bei Wintergerste zum Beispiel wurden nach Auskunft der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Erträge in einer Spannbreite von 35 bis 105 dt/ha gemeldet. Im Landesdurchschnitt wird der Ertrag auf circa 60 dt/ha geschätzt. Das wären rund fünf Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt.

Die Gerstenernte konnte zu Beginn dieser Woche landesweit wieder fortgesetzt werden. Sommergerste könnte mit durchschnittlich 50 dt/ha nahezu ihr sehr gutes Vorjahresergebnis wieder erreichen oder sogar leicht überschreiten. 

Auch bei Triticale sind die Landwirte im Freistaat aufgrund der guten Kornfüllungsphase positiv gestimmt und rechnen mit überdurchschnittlichen Hektarerträgen von 60 dt/ha. Hafer dürfte im Schnitt 46,5 dt/ha bringen und damit ebenfalls über dem langjährigen Schnitt liegen.

Bei Winterweizen erwarten die bayerischen Ernteberichterstatter einen Durchschnittsertrag von 69 dt/ha. Landwirte und Erfassungshändler vermuten knapp über 70 dt/ha. Damit liegen die Prognosen nahezu im mehrjährigen Mittel.

Nach der schlechten Roggenernte im Vorjahr mit Hektarerträgen von kaum 42 dt/ha werden diesmal überdurchschnittliche 56 dt/ha geschätzt.

Bei Raps gehen die Befragten dagegen von einem leicht unterdurchschnittlichen Ertrag von 32 dt/ha aus. Im Vorjahr waren es nur 24 dt/ha. Auch beim Raps kann die Ernte in dieser Woche regional fortgesetzt werden.

Bei den Anbauflächen gab es nach ersten Schätzungen deutliche Verschiebungen. Im Vergleich zum Vorjahr  ist die Getreidefläche im Freistaat um knapp 9.000 ha auf 1,04 ha zurückgegangen.

Winterweizen wurde auf 499.000 ha und Wintergerste auf rund 224.000 ha angebaut; das sind 20.000 beziehungsweise 24.000 ha weniger als 2011. Dafür hat das Sommergetreide um über 28.000 ha zugelegt.

Den größten Flächenzuwachs erzielte die Sommergerste mit rund 19.000 ha auf 135.600 ha. Gestiegen um 6.300 auf 124.700 ha ist auch die Rapsfläche. Mais legte um 14.000 ha auf 537.000ha zu und ist damit die flächenstärkste Feldfrucht in Bayern.

Beim Winterweizen wurden bislang aus der bayerischen Ernte etwas über 30 Prozent gehandelt. Beim Raps sollen bereits rund 60 Prozent verkauft sein. (HH)       
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