Minus an Matif erschwert Preisfindung

Der Weizen in Paris gibt am Montagmittag weiter nach. Als Erklärungsversuche halten Gewinnmitnahmen und volatile Wettermärkte her.

Durch die Bank schreiben die Getreide- und Ölsaatennotierungen an der Matif in Paris und der Chicago Board of Trade (CBoT) rote Zahlen. Spitzenreiter ist dabei hüben wie drüben der Weizen. Vergleichsweise moderat fällt das Minus sowohl bei der Pariser Rapssaat als auch bei Sojaschrot und –öl in Chicago aus.

Der Raps werde durch die engen Ölsaatenbilanzen weltweit nach unten hin abgestützt, sagen dazu hiesige Händler. Bislang halten die deutschen Ölmühlen ihre Prämien zur Matif stabil. Im Bundesdurchschnitt erreichen diese zum Termin November 2012 in Paris zwischen 7 und 8 €/t.

Für den heutigen Montag rechnen von agrarzeitung.de befragte Rapshändler mit einem ruhigen Handel. Die Rapsernte sei soweit durch, der Vermarktungsdruck ex Ernte „raus“.

Das Minus bei Weizen begründen Gesprächspartner aus dem hiesigen Handel damit, dass die Abwärtskorrekturen in der US-Maisernte und bei der weltweiten Weizenproduktion im jüngsten Wasde-Bericht des US-Agrarministeriums USDA von vergangenem Freitag wohl doch zu einem hohen Grad eingepreist waren. Daher fehlen dem Getreidemarkt Impulse für weitere Aufwärtssprünge, Gewinnmitnahmen würden realisiert.

Gleichzeitig geben Händler zu bedenken, dass die weltweiten Getreidemärkte in der derzeitigen Wettermarktphase äußerst sensibel auf Nachrichten reagierten, sodass die Kurse auch durchaus im Tagesverlauf die Richtung ändern könnten.

Für die Preisgestaltung am deutschen Weizenmarkt bedeute das Minus Schwierigkeiten, sagte ein Erfassungshändler aus Mitteldeutschland. Die Verkäufer seien zwar auf dem aktuellen Preisniveau durchaus abgabebereit, Käufer aus der Mühlen- und Mischfutterindustrie übten sich aber bei dem insgesamt hohen Preisen in Zurückhaltung.

Für A-Weizen, ex Ernte, ab Station waren in Sachsen-Anhalt am Montag Preise um 230 bis 235 €/t zu hören. Die Preisideen wurden um knapp 10 €/t gegenüber Freitag zurückgenommen. Der Großhandel zeigt nach Angaben aus dem thüringischen Markt vereinzelt Kaufinteresse für E-Weizen der Sorte Akteur auf einem Niveau von 260 €/t ab Station, Termin September. (pio)
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