Aktuell denkt das russische Agrarministerium nicht über Exportbeschränkungen nach. Das bekundet Agrarminister Nikolai Fedorow nach einer deutlichen Abwärtskorrektur für die offizielle Ernteprognose. Zum aktuellen Zeitpunkt denke Moskau nicht darüber nach, die Ausfuhren zu beschränken, zitiert das Analystenhaus APK-Inform den Agrarminister. Zuvor hatte das Ressort die kommende Getreide- und Ölsaatenernte mit 85 Mio. t beziffert. Das Exportpotenzial liegt offiziellen Schätzungen zufolge bei rund 20 Mio. t, berichtet die Nachrichtenagentur Ria Novosti nach einer Regierungssitzung.

In einer früheren Schätzung war das Agrarministerium noch von einer Ernte auf dem Vorjahresniveau von rund 94 Mio. t Getreide ausgegangen. Nach anhaltender Hitze und Trockenheit in den wichtigen Anbaugebieten im Süden des Landes war aber bereits in der Vorwoche bekannt geworden, dass die offizielle Prognose eine Abwärtskorrektur erfahren wird. Die Überhangbestände zu Beginn des bevorstehenden Wirtschaftsjahres 2012/13 taxieren offizielle Stellen auf 51 Mio. t, den Verbrauch im Inland mit knapp 73 Mio. t.

Die aktuelle Situation in Russland weckt an den Getreidemärkten offenbar Erinnerungen an den Sommer 2010. Damals hatte Moskau nach einer Dürre mit verheerenden Waldbränden einen Exportstopp verhängt. Die Weizenpreise an den internationalen Agrarmärkten sind daraufhin beträchtlich angestiegen. (pio)
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