Moskau nimmt Binnenmarkt in den Blick


Das Agrarministerium will den Anstieg der Getreidepreise bremsen. Es verschafft sich Informationen über Handelsströme.

Aktuell prüfe das Agrarministerium verschiedene Möglichkeiten, um die Getreidepreise am russischen Binnenmarkt zu entspannen. In den Blick genommen haben die Offiziellen offenbar den Importzoll, berichtet das Analystenhaus APK-Inform unter Berufung auf russische Medien. Eine Aufhebung des Einfuhrzolls von 5 Prozent sei einer der Schritte, den die Regierung in Erwägung ziehe.

Eine offizielle Stellungnahme der Regierung zu dem Thema gibt es nicht. Jedoch berichten Marktteilnehmer in Russland nach Angaben von APK-Inform, dass die Regierung seit Mitte Dezember Informationen über Herkunft und Volumina von Getreideeinfuhren sammle.

Den größten Anteil des russischen Importgetreides liefert Kasachstan. Auf diese Mengen entfällt keine Abgabe, da Kasachstan Mitglied der Zollunion mit Russland und der Ukraine ist. Nur für Importe aus Drittstaaten wird der Zoll von 5 Prozent fällig. 

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA und der Internationale Getreiderat IGC erwarten in ihren im Januar veröffentlichten Monatsberichten, dass Russland 2012/13 mehr Getreide als im Vorjahr importieren wird. Der IGC rechnet in dieser Saison mit russischen Einfuhren von 1,3 Mio. t Getreide, darunter 1,0 Mio. t Weizen. Höher schätzt das USDA und nennt insgesamt 2,2 Mio. t Getreide, darunter 1,5 Mio. t Weizen. (pio)
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