Moskau senkt Ernteprognose


Das russische Agrarministerium senkt die Prognose zur Getreideernte 2012 weiter. Die Angaben lassen Interpretationen offen. Mittlerweile taxiert das Ministerium die Ernte auf eine Spanne von 80 bis 85 Mio. t. Bislang lautete die offizielle Zahl aus Moskau 85 Mio. t. Die Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtet außerdem von Schätzungen des Hydrometeorologischen Zentrums, die 83 bis 86 Mio. t ausweisen.

In die aktuellen internationale Statistiken geht Russlands Getreideernte mit 81 bis 82 Mio. t ein. Vor wenigen Tagen hat allerdings der russische Verband der Getreideproduzenten bereits gewarnt, dass es in diesem Jahr weniger als 80 Mio. t werden könnten.

Die Prognosen für Russland zeigen seit Wochen abwärts, weil die Trockenheit im Süden des Landes die Getreideerträge reduziert hat. Erste offizielle Schätzungen hatten noch optimistische 94 Mio. t für die gesamte Ernte 2012 ausgewiesen. Schwierig einzuschätzen sind allerdings die Mengen, die in den späteren Druschgebieten und in den weiter von Moskau entfernten Landesteilen eingefahren werden.

Im Raum stehen bleibt die Frage, ob die Moskauer Regierung 2012/13 die Getreideexporte begrenzen wird. Der russische Inlandsbedarf erreicht etwa 72 Mio. t. Die russischen Getreidevorräte zu Beginn der Saison beziffern der Internationale Getreiderat IGC und das US-Agrarministerium USDA übereinstimmend auf 11,9 Mio. t. Die Menge wäre 3,7 und 6,6 Mio. t geringer als in den beiden Vorjahren. Das Moskauer Ministerium nennt höhere Anfangsbestände 2012/13 von 16,8 Mio. t. Rein rechnerisch würden in dieser Saison nach den offiziellen Bilanzen noch 16 Mio. t für Exporte zur Verfügung stehen, melden die Analysten von APK-Inform.  (db)
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