Mühlen signalisieren leichten Anschlussbedarf


Die Verarbeiter konzentrieren sich bei den Weizenkäufen auf die Termine ab Januar. Raps bleibt ohne Anregungen, lässt sich aber am Oberrhein weiterhin unterbringen.

Von den Terminbörsen lassen sich heute kaum größere Anregungen erwarten, zumal die Chicagoer Börse feiertagsbedingt geschlossen ist. An der Matif waren die Aktivitäten verhalten. Gegen Mittag notierte Weizen für den Januartermin unverändert knapp unter 270 €/t.

Die Weizenpreise an den Kassamärkten bewegen sich seitwärts. Für das alte Jahr fehlen Impulse. Am Hamburger Exportmarkt waren die Preise für Weizen mit rund 280 €/t unverändert. Das Kaufinteresse der Exporteure konzentriert sich eher auf das neue Jahr.

Zu den westdeutschen Mühlen lassen sich für das alte Jahr nur noch kleine Partien unterbringen. Am Niederrhein notierte Weizen zwischen 278 bis 280 €/t für Dezember bis März. Für die weiteren Termine bis Juni wird nur vereinzelt ein Aufgeld herausgehalten. In Westfalen müssen die Mühlen etwas mehr anlegen, um sich gegen die Preise der Mischfutterwerke durchsetzen zu können. 

Auch die westdeutschen Mühlen konzentrieren ihre Käufe auf das neue Jahr, zumal kleinere Mehlgeschäfte abgedeckt werden. Über die Mengen kursierten allerdings etwas uneinheitliche Auffassungen im Markt. Makler sprachen von regerer Nachfrage und vermuten größere Mehlkunden im Markt. Seitens der Mühlen wurden größere Käufe aber nicht bestätigt. 

„Große Mehlabschlüsse sind derzeit nicht im in Sicht, es werden allerdings kleinere Anschlusskäufe an die Bäckereien getätigt. Die Industriekunden haben noch erheblichen Kaufbedarf, denn bisher haben sie allenfalls die Hälfte ihrer benötigten Mehlmengen zur neuen Ernte kontrahiert“, erklärt ein Mühleneinkäufer im Gespräch mit agrarzeitung.de. Statt größerer Abschlüsse setze die Industrie eher auf kleinere Pakete. Die hierfür benötigten Getreidemengen würden von den Mühlen in der Regel Zug um Zug am Kassamarkt gekauft.

Die Mischfutterindustrie in den Veredlungsregionen hält sich mit Weizenkäufen derzeit zurück, zumal sie in der Phase des Preisanstiegs vorderen Bedarfslücken weitgehend geschlossen hat. Im Südoldenburger Raum werden Weizenpreise von rund 280 €/t für das alte Jahr und auch für die Termine im neuen Jahr genannt. 

Bei Raps ist die Stimmung angeschlagen. Die Märkte tendierten noch einmal schwächer, zumal bei Sojabohnen noch keine nachhaltige Stabilisierung zu erkennen ist. An der Matif notierte Raps gegen Mittag nach einem Minus von 1,50 €/t knapp unter 472 €/t.

„Nach dem Auf und Ab treten wir auf der Stelle und kommen bei Raps sich vom Fleck“, beschreibt ein Marktbeteiligter die Stimmung. Die meisten Ölmühlen halten sich zurück, doch am Oberrhein gibt es weiterhin speziell auf die Parität Mannheim stetiges Kaufinteresse.  (St)
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