In Brandenburg sind die Erntearbeiten weit fortgeschritten. Nach der Gerste sind nun auch der Raps und der Roggen nahezu vollständig eingefahren. Vor allem der Roggen enttäuscht die Brandenburger Landwirte. Lediglich 3,8 bis 3,9 t/ha hat der Roggen im Nordosten in diesem Jahr auf die Waage gebracht. Hinzu kommt, dass es regional zu beachtenswerten Problemen mit Mutterkorn gekommen ist. Betroffen sind Landwirte in Oberhavel, Barnim und Märkisch-Oderland. Gerade in so einem trockenen Jahr überrascht dieser Mutterkornbefall. So hat der Niederschlag zur Blütezeit in diesen Regionen wohl doch gereicht, um den Pilz zu begünstigen.

Der Raps bringt in Brandenburg für die Region immerhin noch Durchschnittserträge von 3,5 t/ha. Die Ölgehalte liegen laut dem Landesbauernverband (LBV) breit gefächert zwischen 38 bis 43 Prozent. Optimistisch sind die Brandenburger auch noch für den Winterweizen. Er ist gut zur Hälfte gedroschen. Auf den guten Standorten im Norden stehen jedoch noch beachtliche Flächen Winterweizen. Bisher melden die Landwirte Erträge von gut 6 t/ha. Auch die Fallzahlen seien laut LBV bisher in Ordnung. Ähnlich zufriedenstellend sind die Ergebnisse für Triticale. Die Kultur erzielt in Brandenburg dieses Jahr im Mittel 4,5 t/ha, welches für das Land ein guter Durchschnitt wäre.

Ernüchternd gestaltet sich hingegen die Getreideernte für die ökologisch arbeitenden Landwirte in Brandenburg. Deren Erntearbeiten hinken in etwa eine Woche hinter den der konventionell wirtschaftenden Betriebe hinterher. Bei den Erträgen gibt es laut LBV eine sehr breite Spreizung. Sie liegen bei den Ökobetrieben derzeit nur bei rund 2 t/ha für Roggen, 3 t/ha für Weizen, 2,6 t/ha für Dinkel und 1,9 t/ha für Hafer. (sta)
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