Ernte 2016

Nasse Böden behindern Ernte

Die Böden sind durch die ungewöhnlich hohen Niederschlagsmengen überwässert. Die Weizenernte wurde vielfach beendet. Nur in Schleswig-Holstein steht nach wie vor noch ein Großteil des Weizens auf den Feldern. Durch die niedrigen Temperaturen, Tau und Regen kann derzeit nicht geerntet werden. Die Landwirte hoffen jetzt auf besseres Wetter in den kommenden Tagen mit Sonnenschein, damit sie ihre Weizenernte weiter voranbringen können.

Die Erträge sind sehr heterogen. Landwirte aus Mecklenburg berichten von 60 dt/ha bis 105 dt/ha Ertrag beim Weizen.  Klar zu erkennen ist die Tendenz in der Ernte 2016 zu relativ hohen Proteinwerten.  Die Fallzahlen sind dank der kühlen Witterung weiterhin hoch. Jetzt hoffen die Landwirte zu Beginn der laufenden Woche 2016 mit dem Ende des „Siebenschläfers" und dem Mondwechsel auf besseres Erntewetter. Für den B-Weizen erhalten die Landwirte in Mecklenburg um 153 €/t ex Ernte bzw. 157 €/t Basis Abrechnung September.  Für den A-Weizen werden aktuell acht €/t Prämie bezahlt.

Im Süden und Südosten Deutschlands ist die Weizenernte vielfach abgeschlossen. Die Erträge bleiben hinter den Erwartungen zurück. Die Erträge sind z.B. in Bayern mit regional unter 80 dt/ha niedrig. Enttäuschend sind dort sowohl die Proteingehalte (11,3 Prozent bis 12,8 Prozent) und die Hektolitergewichte (68 kg/hl bis 77 kg/hl). Bei der Sommergerste liegen die  Erträge gut 15 Prozent hinter den Normaljahren zurück. Die Erzeuger erwarten steigende Preise, da von den französischen Winterbraugerstenernten deutlich negative Meldungen kommen. Die deutsche Anbaufläche wurde zudem in 2015/16 nochmals deutlich reduziert.  Bei der Rapssaat schwanken die Erträge bundesweit exorbitant stark von 15 dt/ha bis 50 dt/ha. Die Ernte wird in Deutschland 25 Prozent geringer als im Vorjahr sein.  „Das Schlimme an der ganzen Situation ist aus unserer Sicht, dass die Landwirte bundeweit die Intensität sehr hoch gehalten haben und nun niedrige Erträge kombiniert mit schlechten Preisen einfahren", hieß es bei einem landwirtschaftlichen Unternehmensberater. (Ps)
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