Neue Nachrichten braucht der Markt


Mit dem heutigen Montag beginnt nach der langen Festtagspause der Alltag im Getreide- und Rapshandel. Die Verarbeitungsindustrie schaut sich nach Ware um.

Fast zu ruhig beginnt heute Morgen der Getreide- und Rapshandel. Die schwachen Vorgaben von den internationalen Börsen lassen keine euphorische Stimmung nach dem Jahreswechsel aufkommen. Vielmehr richten Marktteilnehmer besorgte Blicke in Richtung schwach gefüllter Läger. "Es wird auch im neuen Jahr nicht einfacher, an Ware heranzukommen", erklärte ein ostdeutscher Händler.

Die Landwirte zeigen angesichts der niedrigen Kurse keine Bereitschaft, Weizen oder Gerste abzugeben. Vielmehr ist der Terminkalender mit Informationsveranstaltungen im Januar prall gefüllt, so dass das Geschäft ruht.

Händler warten dringend auf frische Nachrichten, die wieder etwas Leben in den Getreidehandel bringen. Am kommenden Donnerstag läuft an den Börse in Paris der Januar-Kontrakt für Mahlweizen-Futures aus. Dann müssen neue Konditionen und Prämien für den neuen Frontmonat März gefunden werden. Hierfür gibt es derzeit noch keine Ideen.

Mit einem leichten Plus zeigen sich die Weizenkurse an der Matif am heutigen Montag. Heute Mittag legt der Januar-Kontrakt um 0,50 €/t auf 251,50 €/t zu. Der März-Kontrakt notiert mit 243,75 €/t um 0,25 € höher als am Freitag.

Der Hamburger Markt liefert keine neue Impulse. Vielmehr wird die rege Exporttätigkeit aus den USA mit Argwohn betrachtet. Gegenüber dem aktuellen US-Dollarkurs ist EU-Weizen derzeit kaum konkurrenzfähig. Vor allem bietet diese Entwicklung für Landwirte keinen Grund, Ware aus dem Lager herauszuholen.

"Bei Raps haben wir die Preisspitze im Oktober/November gesehen", lautet eine erste Bilanz im Handel. Die schwachen Vorgaben an der Börse geben keinen Anlass, Ware zu verkaufen. Zudem geben die Ölmühlen keine Zeichen, dass sie derzeit an Saat interessiert sind. Das günstige Palmöl vermasselt jegliche Kalkulation. Zudem ist auch die Biodieselindustrie kaum mit Offerten am Markt. Am Standort Magdeburg gilt für die Ölmühle immer noch Force Majeur. Die Verarbeitung von Raps ist zur Hälfte eingeschränkt.

Mit Sorge werden die Wetterprognosen für das Wochenende verfolgt. Die Winterruhe der Rapspflanzen ist unterbrochen. Nun werden sinkende Temperaturen angekündigt, die mit Kahlfrösten einhergehen könnten.
An der Matif eröffnet Raps heute Morgen freundlich. Der Februar-Kontrakt kann sich um 2,75 €/t auf 450 €/t verbessern. (da)
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