„Hört der Juli mit Regen auf, geht leicht ein Teil der Ernte drauf“. Diese alte Bauernregel bestätigt sich leider in diesem Jahr. Noch vor vier Wochen waren Niedersachsens Landwirte nach Mitteilung des Landvolkverbandes äußerst optimistisch, eine gute Ernte einfahren zu können. Mittlerweile zehren die immer wiederkehrenden Unterbrechungen des Sommerwetters, zum Teil sogar mit Starkregen, Sturm und Hagel, an den Nerven der Landwirte.

Bislang abgeschlossen ist zurzeit nur die Ernte der Wintergerste. Die Landwirte konnten hier zügig disponieren und das sonnige Wetter der ersten Monatshälfte nutzen. Erträge, die zumeist über dem Niveau des auch schon recht guten Vorjahres liegen, sind der Lohn für ein Jahr Arbeit auf dem Feld. Die Winterweizenernte, der mit knapp 400.000 ha die wichtigste Getreideart in Niedersachsen ist, kommt witterungsbedingt immer wieder ins Stocken. „Niedergedrückte Halme, schwer befahrbare Äcker und hohe Kosten für eine weitere Trocknung der noch relativ feuchten Körner gehen eindeutig zu Lasten des Ertrages“, beschreibt der Landvolkverband die Lage.
Im südniedersächsischen Bergland sowie an der Küste, den traditionellen Späterntegebieten, benötigt das Getreide auch noch etwas Sonnenschein und Wärme für die richtige Reife. Die Bauern rechnen auch beim Weizen weiter mit höheren Erträgen als im Vorjahr. Neben dem Weizen stehen jetzt auch Roggen und Sommergerste zur Ernte an. Abschlossen ist weitgehend der Raps. Hier werden von Region zu Region recht schwankende Erträge gemeldet, insgesamt dürfte auch etwas mehr Raps geerntet worden sein als im Vorjahr. (az)
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