Ernte 2015

Niedrige Erträge in der Schwarzmeerregion


Im Süden der Ukraine sind die Erntearbeiten beim Weizen, Gerste und der Rapssaat schon weit fortgeschritten. Jetzt gehen die Erntearbeiten auch im Norden und Westen des Landes los. Bis zum Anfang der laufenden Woche wurden knapp 10 Prozent vom Weizen, 40 Prozent der Gerste und der Rapssaat geerntet. Es zeichnet sich ab, dass die diesjährige Wintergetreide in der Südukraine aber auch in dem benachbarten Südrußland und Moldawien niedriger als erwartet ausfallen wird. Das Sommergetreide hingegen konnte nach Aussagen von dortigen Landwirten von dem regenreichen Frühjahr profitieren und wird höhere Erträge als im Vorjahr bringen.

Aus der Südukraine wird gemeldet, dass die Weizenernte mindestens 10 dt/ha weniger Ertrag als im Vorjahr bringt. Die Erntearbeiten gehen schnell voran, weil nicht viel zu ernten ist. Auch die Rapsernte fällt niedriger aus. Es sind etwa 30 Prozent mit bisher schwachen Erträgen geerntet. „Alles, was zurzeit über schwache Erträge in der Schwarzmeerregion berichtet wird, ist tendenziell richtig. Wahrscheinlich kommt es noch ein bisschen schlimmer", sagte ein Getreidehändler aus dem ukrainischen Kiew gegenüber agrarzeitung.de.

Das US-Agrarministerium (USDA) hat zu Beginn der Woche die Weizenernte in Russland gegenüber dem Vormonat um zwei Millionen auf 57 Mio. t heraufgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr ist das aber ein Minus von 2,1 Mio. t. Die Ukraine wird voraussichtlich 24 Mio. t Weizen nach 24,8 Mio. t im Vorjahr ernten.

Entsprechend hoch wird auch das Exportvolumen der Schwarzmeeranrainer eingestuft. Aus Russland sollen 22,0 Mio. t (Vorjahr 22,2 Mio. t) und aus der Ukraine 12,2 Mio. t Weizen (Vorjahr 11,5 Mio. t) verschifft werden. Beim Weizen dominiert ein harter Wettbewerb an den internationalen Märkten. So hat Ägypten gerade alle Schiffsladungen in der Schwarzmeerregion gekauft. Russland und die Ukraine bleiben fleißig dabei, möglichst alle Exportaufträge selbst zu bedienen. „Solange das der Fall ist, wird es hierzulande keinen Preisauftrieb geben", meinte ein norddeutscher Weizenhändler. (Ps)
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