Ernte 2016

Nordosten will mit Qualität punkten


Die Proteinwerte und Hektolitergewichte liegen auf einem leicht höheren Niveau als im Vorjahr.  In Sachsen-Anhalt bestätigt sich das Ost-West-Gefälle laut Händlern, bisher seien rund 40 Prozent des Weizens in der Region gedroschen - wenn auch aktuell Regenfälle wieder für Unterbrechungen gesorgt haben. Dabei sollen die Erträge und die Qualitäten einen guten Eindruck machen. Die Gerstenernte ist in Sachsen-Anhalt inzwischen mit mittelmäßigen Ergebnissen und relativ geringen Hektolitergewichten beendet. In Schleswig-Holstein ist die Weizenernte in den Anfängen.

Für den B-Weizen ex Ernte erhalten die Landwirte in Mecklenburg um 153 €/t ex Ernte bzw. 157 €/t Basis Abrechnung September.  Für den A-Weizen werden aktuell 8 €/t Prämie bezahlt. Viele Erzeuger spekulieren nun angesichts möglicher Qualitätseinbußen darauf, dass diese Schere zwischen A- und B-Weizen in den kommenden Wochen weiter auseinander gehen könnte. Die Matif Kurse kommen kaum vorwärts. Westeuropäische Anbieter heben derzeit gegen Weizen aus der Schwarzmeer-Region im Export preislich keine Chance. Für Europa hat ein französisches Analystenhaus die Weizenernte auf nur 134 Mio. t (Vorjahr:  150 Mio. t) stark herabgesetzt.

Die  Ergebnisse der Rapsernte  sind sehr ernüchternd. Erträge von unter 3 t/ha sind offenbar keine Seltenheit. Speziell im Nordosten Deutschlands zeigt sich ein schwaches Bild. Voraussichtlich rund 60 Prozent einer normalen Ernte werden hier nur eingefahren. Frostschäden und Wassermangel haben ihre Spuren hinterlassen. Besonders in Nordostdeutschland wird von katastrophalen Erträgen bei der Gerste und bei der Rapssaat berichtet. In der Gegend zwischen Rostock und Stralsund berichten einige Landwirte von  Erträgen bei der Gerste von nur 5 t/ha. Bei der Rapssaat werden gerade einmal 1,5 t/ha bis 2,5 t/ha geerntet. (Ps)
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