Allerdings sind durch die starken Niederschläge der vergangenen Wochen bei Gerste und Roggen große Lagerflächen entstanden, die die Erntearbeiten erschweren. Ungleichmäßige Abreife und Regenfälle ließen zudem keine zügige und durchgängige Ernte der Wintergerste zu, die Anfang Juli begonnen hatte. Daher fallen die ersten Ergebnisse regional sehr unterschiedlich aus, so dass auch wieder ein Süd-Nord-Gefälle zu verzeichnen ist. Insbesondere in den Küstenregionen verzögert sich die Reife. Derzeit sind von den 115.000 ha rund 70 Prozent geerntet. Nach derzeitigem Stand ist von einer guten Wintergerstenernte auszugehen. Die Angaben liegen nach Mitteilung des Agrarministeriums in Schwerin zwischen 6,5 und 8,8 t/ha. Mit einem Durchschnitt von rund7,8 t/ha liegen die Ergebnisse knapp unter denen des Vorjahres.

Auch die Rapsernte steht unmittelbar bevor. Die optimale Druschreife ist noch nicht erreicht, solang die oberen Stängelbereiche noch grün sind. Jedoch werden auf den leichteren Standorten die ersten Probedrusche bereits durchgeführt. Allgemein werden beim Raps gute Ertragsaussichten festgestellt. Beim Grünland ist die Mahd des zweiten Aufwuchses auf den Mineralstandorten weitgehend abgeschlossen. Dabei schwanken die Erträge sehr stark in Abhängigkeit von der Wasserversorgung.

Die Gerstenpreise liegen derzeit durchschnittlich bei 143 €/t, was dem ungefähren Vorjahresniveau entspricht. Insgesamt stehen die Getreidepreise unter Druck, ebenso beim Raps.

Im Zuge der Ernte wird an die Landwirte appelliert, bei der Getreideernte spezielle Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes einzuhalten, um Feldbrände zu vermeiden. So sollte bei einem Einsatz von mehr als zwei Mähdreschern oder Heu- bzw. Strohbergungsmaschinen auf einer Erntefläche ein Wundstreifen angelegt werden und eine Mindestlöschwassermenge von 3.000 Litern vor Ort einsatzbereit sein. Sinnvoll sei auch, die Abgasanlagen von Landtechnik auf ihre Funkensicherheit zu überprüfen. Gerade in den kommenden Tagen wird von hohen Temperaturen ausgegangen, die die Entzündungsgefahr potenziert, warnt das Ministerium. (da)
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