Während die einen noch gar nicht begonnen haben, Winterweizen, Sommergerste und Triticale einzuholen, haben die anderen die Ernte schon abgeschlossen. Sie stellt sich aktuell die Situation in Bayern und Thüringen dar. Insgesamt dürften bisher 4 von knapp 7 Mio. t Getreide in Bayern geerntet sein, so Matthias Kick, Referent für Getreide und Ölsaaten im Bayerischen Bauernverband.

Bei den Erträgen bestätigt sich die Befürchtung von extremen Schwankungen. Bei Wintergerste reicht die Spanne der Ertragsmeldungen von 4,0 bis über 11,0 t/ha, so Kick. Auch bei Winterweizen und Sommergerste zeichnen sich ähnliche Entwicklungen ab. Auf schweren Böden berichten Landwirte von Spitzenerträgen, während auf sandigen Standorten, wo im Juni das Wasser ausging, starke Ertragseinbußen zu verzeichnen sind.

Sorgen machen den Landwirten zunehmend die anhaltenden Niederschläge. Sie verzögern die Ernte. Was aber viel entscheidender ist, so Kick, ist die Gefahr, dass anhaltender Regen die Qualität des Getreides mindern kann. Das kann dazu führen, dass Winterweizen oder Braugerste die hohen Qualitätsanforderungen der Mühlen und Bäcker sowie der Mälzer und Brauer nicht mehr erfüllen. Kick fordert die Mühlen und Bäcker sowie Mälzer und Brauer auf, einzelene Qualitätsparameter zu überdenken.

Kick weist darauf hin, dass man nicht umhinkomme, dass bestimmte Mindestqualitäten eingehalten werden und sich das auch in unterschiedlichen Preisen niederschlägt. In Extremjahren sollten aber einvernehmlich gewisse Zugeständnisse hinsichtlich Qualität und Preis möglich sein, so Kick.

Akzeptiert die aufnehmende Hand Getreideanlieferungen nur mit Preisabschlägen, träfe das viele Getreidebauern in diesem Jahr besonders stark. (da)
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