Pariser Rapsmarkt sorgt für Verwunderung


Der stramme Anstieg der Rapsnotierungen an der Matif überrascht fast alle Marktbeteiligten. Für Getreide kann der USDA-Bericht am Freitag neue Impulse liefern.
 
Die Rally der Rapspreise setzt sich heute fort. An der Matif schoss der Kurs für Februar zeitweise über 10 €/t in die Höhe. Im Mittagshandel notierte der Februartermin in Paris immer noch bei 466,50 €/t und somit mit einem Kursgewinnen von knapp 6 €/t gegenüber dem Vortag. Der sprunghafte Anstieg der Rapsnotierungen wird auf einen lebhaften Spreadhandel zwischen den Rapsfutures an der Matif und Canola-Raps an der Börse Winnipeg zurückgeführt. 

„Der europäische Raps ist in den Vortagen zu billig geworden. Nun wird Matif-Raps gekauft und im Gegenzug Canola in Winnipeg verkauft“, analysiert ein Branchenkenner. Auch das Umschichten von Februarkontrakten in den Mai und das Einpreisen von Prämienkontrakten an der Matif werden für den kräftigen Kursanstieg ins Feld geführt. Nach dem Preisanstieg von 27 €/t in nur wenigen Tagen halten sich die Abgeber an physischen Märkten völlig zurück.
 
Die etwas festeren Weizenpreise an der Matif tangieren die Kassamärkte wenig, zumal die vorangegangenen Notizverluste der Matif an den physischen Märkten nur abgeschwächt umgesetzt wurden. Mühlen und Mischfutterindustrie halten sich derzeit noch zurück, es werden allenfalls einzelne kleinere Bedarfskäufe getätigt. Die Futterweizenpreise im Südoldenburger Raum zeigen mit 266 bis 267 €/t wenig Veränderung. Die freundlichere Tendenz an der Matif setzt sich fort. Gegen Mittag notierte der Märztermin nach einem leichten Plus bei 246,50 €/t.
 
An den Getreidemärkten werden im Wochenverlauf keine allzu großen Preisverschiebungen erwartet, ist aus dem Markt zu hören. Möglicherweise könnte aber der Wasde-Report des US-Landwirtschaftsministeriums USDA am Freitag neue Impulse bringen. In den vergangenen Jahren hatte der Januar-Report des USDA regelmäßig für größere Preisturbulenzen gesorgt. Er gilt als akurateste Schätzung der US-Ernte 2012. 
 
„Sich im Vorfeld einer Preismeinung zu bilden, ist gefährlich, denn man kann schneller daneben liegen als man denkt", sagt ein Getreidehändler. Andere Teilnehmer sehen allerdings keine allzu großen Auswirkungen und rechnen mit festen Weizenpreisen bis März/April aufgrund der engen europäischen Weizenbilanz. Wenig Veränderung erwarten Marktteilnehmer bei Mais: „Der Mais ist billig und bleibt auch billig“, erwartet ein Norddeutscher Marktbeteiligter.
 
Bei Ölsaaten gehen die Einschätzungen über mögliche Preisauswirkungen des USDA-Reports auseinander. Sie reichen von „die größere Ölsaatenernten sind bereits eingepreist“ bis „der Report lässt für Raps eher bärische Auswirkungen erwarten“ (St)
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