Partien für Export bereitstellen


Die Kassamärkte nehmen einen unterschiedlichen Verlauf. Weizen läuft zur Hochform auf. Raps notiert einen Tick schwächer.

Die Terminmarktbörse Matif notiert heute im Mittagshandel bei Weizen um 0,75 €/t höher als zur Wochenmitte. Der November-Termin für Mahlweizen lautet aktuell 267,50 €/t. Raps gibt 1,50 €/t ab und wird mit 521,25 €/t gehandelt. 

Die Erntearbeiten beim Weizen dauern in den Küstenregionen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns noch an. Dort stehen zwischen 10 Prozent und 15 Prozent der Weizenflächen auf dem Halm. Die Erträge sind oft ordentlich, Probleme bereitet das Protein.

Erzeuger in Ostdeutschland berichten von einem insgesamt guten Ertragsniveau beim Weizen, aber auch bei anderen Kulturen. „Besser als erwartet", lautet hierzu die Einschätzung. 

Gesprächspartner aus dem Markt berichten immer wieder über Proteinproblemen, versichern aber, dass diese vereinzelt und nur regional aufträten. So werden vielfach Werte um die 12 Prozent genannt, es gibt aber auch viele Partien unter diesem Wert. Die Fallzahlen sind in der Regel in Ordnung, und auch die Naturalgewichte entsprechen den Erwartungen.

Allerdings berichtet man in einigen Regionen an der Westküste Schleswig-Holsteins von abfallenden Fallzahlen. Im Export werden mindestens 12,5 Prozent bis 13 Prozent Protein gefordert für die Lieferung in den Iran und nach Saudi-Arabien. „Da in Nord- und Nordostdeutschland diese Partie vielfach fehlen, wird sich der Warenstrom aus Sachsen und Thüringen und aus den südlichen Regionen Deutschlands in Richtung Exporthafen Hamburg und Rostock entwickeln", meinte ein Hamburger Händler.

Es ist davon auszugehen, dass durch das Aufmischen von Partien mit besseren Proteinwerten exportfähige Partien zusammengestellt werden können.

Die Getreidepreise bleiben fest. Gestützt werden die Kurse von den schlechten Ertragsaussichten bei der Maisernte in den USA und Osteuropa sowie immer neuen Gerüchten über die schlechte Getreideernte in Russland.

Die Kaufideen für den B-Weizen erreichen mit knapp 270,00 €/t franko neue Höchstkurse. „Noch nie haben wir für einfachen Mahlweizen zur Erntesaison ein solch hohes Preisniveau gesehen", hieß es aus Mühlenkreisen. „Auch wenn wir keine schwächeren Kurse sehen, sind aus unserer Sicht für die Landwirte weitere Teilverkäufe bei diesen guten Preisen durchaus ratsam", meinte ein Händler aus Sachsen-Anhalt. 

Bei der Rapssaat ist die Ernte in Norddeutschland abgeschlossen. Von den Erträgen wie auch von den Qualitäten war die Ernte mehr als zufriedenstellend.

Die Rapsaussaat hat im Norden  begonnen, während sie im Süden bereits zügig voranschreitet. „Wir sind mit der Rapsaussaat schon ziemlich weit", berichtet ein Landwirt aus Vorpommern. Die Bedingungen seien nach den Niederschlägen ideal. 

Agrarhändler berichten heute von zügigen bis lebhaften Abverkäufen von Rapssaatgut. Deshalb gehen viele Agrarhändler von einer deutlichen Ausweitung der Anbaufläche bei der Rapssaat für 2012/13 aus. (Ps)
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