Physische Maispreise bleiben unter Druck


Die unerwartet bullischen USDA-Maiszahlen zeigen kaum Auswirkungen auf die Kassamärkte. Ähnlich verhält es sich bei Weizen.

Äußerst gelassen reagieren die physischen Märkte auf die jüngsten Ernteschätzungen des USDA. „Die Impulse könnten allenfalls vom Mais ausgehen, doch das reichliche Maisangebot lässt an unseren Märkten erst einmal keine größeren Preissprünge zu“, analysieren Norddeutsche Getreidehändler. Sie weisen darauf hin, dass zurzeit weiterhin reichlich Drittlandsmais in die EU fließt und das Angebot vorerst auch nicht abreißen wird. Erst auf mittlere Sicht könnten sich Preiseinflüsse auf die Maismärkte einstellen, erwarten Händler.

Bei Weizen ist es ähnlich. „Die Impulse kommen zurzeit eher von dem festen Eurokurs, als von den USDA Zahlen. Weder bei den Mehlmühlen noch bei der Mischfutterindustrie gibt es nach dem neuen Report irgendwelchen Handlungsbedarf“, konstatiert ein Getreideeinkäufer. Die Impulse müssten aus  den Absatzmärkten kommen. Erst wenn wieder Mehl- oder Mischfutterverkäufe anstehen und abgedeckt werden müssten, komme Bewegung in den Markt, so die Einschätzungen.

Aufgrund der festeren Vorgaben der elektronischen Börse in Chicago notierte der Märztermin an der Matif im Mittagshandel bei 248,50 €/t und damit knapp 4 €/t fester als am Freitag. Die Kassamarktprämien auf die Matif werden sich nach ersten Einschätzungen kaum verändern. Im Westen waren die nominellen Weizenpreise franko Mühle mit 268 €/t kaum verändert. Frachtfrei Südoldenburg lagen die Futterweizenpreise mit 267 €/t auf ähnlichem Niveau.
 
Auch bei Ölsaaten blieb die große Überraschung aus. Die USDA-Schätzung für Südamerika fiel so aus wie in etwa erwartet. Die höheren Rapspreise in Paris heute Morgen sind ausschließlich auf die festeren Vorgaben der elektronischen Börse in Chicago, anziehende Rohölpreise und aus der Gegenreaktion auf die deutlichen Notizverluste vom vergangenen Freitag zurückzuführen. In Paris notierte Raps nach fester Eröffnung gegen Mittag nach einem Plus von 4,50 €/t bei 456 €/t. Die Sojaschrotpreise haben sich gegenüber Mitte der Vorwoche kaum verändert. (St)
stats