Physischer Handel in Weihnachtsruhe


An den süddeutschen Getreidemärkten läuft das Geschäft auf Sparflamme. Die Börsenkurse geben weiter nach.

An der Matif in Paris und der Chicago Board of Trade geben am Dienstagmittag die roten Zahlen den Ton an. Der Pariser Mahlweizen für den Frontmonat Januar 2013 notiert gegen 12.30 Uhr bei 255,75 €/t und ist damit nochmals 2 €/t schwächer als am Vortag. Raps zum Februartermin büßt ganze 5,50 €/t an und ist somit 460,25 €/t wert. In Chicago fällt das Minus bei den Sojabohnenkursen besonders deutlich aus – hier war aber auch das Plus zu Wochenbeginn zunächst groß, sodass es sich lohnt, Gewinnmitnahmen zu realisieren. Fundamentale Gründe für die Schwächephase an der Börse gibt es nicht.

Unterdessen beschränken sich die Umsätze bei Backweizen im Süden Deutschlands lediglich auf die Deckung des laufenden Bedarfs. Meist werden jedoch die bestehenden Kontrakte abgewickelt. Die schwächere Verfassung für Weizen an den internationalen Terminbörsen wird am Kassamarkt in aller Regel nur wenig beachtet, zumal das Angebot keinesfalls drängend ausfällt.

Die Kurse für B-Weizen mit 12 beziehungsweise 13 Prozent Protein bewegen sich bei prompter Lieferung zwischen 272 bis vereinzelt sogar 282 €/t franko. Bei Lieferungen für Januar 2013 sind bis 285 €/t im Gespräch. Ganz vereinzelt werden Lieferungen nach Italien abgeschlossen. Davon soll auch Premiumweizen profitieren, heißt es.

Die Mischfutterindustrie deckt vor den Weihnachtsfeiertagen ebenfalls lediglich ihre vorderen Bedarfslücken. Futterweizen wird in kleinen Mengen zu recht unterschiedlichen Konditionen gehandelt. Die Preisabstand zu Mais hat sich regional zwar etwas verringert, er ist aber immer noch relativ groß. Süddeutscher Mais wird wegen der hohen Frachtkosten aktuell nur in überschaubaren Mengen überregional gehandelt. Soweit möglich ersetzen die Futtermischer Weizen durch Mais. Ab Station werden Maiskurse von 245 bis 250 €/t aufgerufen. Wintergerste wird in dieser Woche mangels Interesse nur wenig besprochen. (HH)
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