Preise für Gerste und Weizen im Höhenflug


Die Preise für Brotgetreide der Ernte 2012 weisen in Nord- und Ostdeutschland ein hohes Niveau auf. Händler warnen vor einem überhitzten Markt. Trockenheit und hohe Temperaturen im Mittleren Westen der USA und in weiten Teilen Russlands, Kasachstans und der Ukraine befeuern Spekulationen über weltweit sinkende Produktionszahlen.

Die landwirtschaftlichen Großbetriebe hierzulande reagieren gelassen auf die jüngste Preishausse. In den östlichen Bundesländern sind etwa 30 Prozent vom Brotweizen und 30 Prozent der Gerste aus der neuen Ernte vermarktet. Einige Landwirte haben bereits Weizen der Ernte 2013 verkauft. Einzelne private Landhändler boten in den zurückliegenden Wochen ostdeutschen Großbetrieben einen Erzeugerpreis von 200 €/t für Brotweizen sowohl aus der Ernte 2011 als auch aus der Ernte 2012 und 2013.

Die Getreidemärkte bleiben nach Ansicht von Händlern erst einmal fest. Solange das Wetter in den USA heiß und trocken bleibt, werden die Preise nicht unter Druck geraten, schätzt ein ostdeutscher Großbetriebsleiter die Lage ein. Marktteilnehmer aus dem Handel warnen indes vor einer zu großen Euphorie. „Die Preise können wieder sinken, wenn Ernteprognosen in den kommenden Monaten höher als erwartet ausfallen", meinte ein Hamburger Exporthändler.

Im Fokus des Handels steht derzeit die Vermarktung der neuen Ernte 2012. Bei Vorkontrakten in der Landwirtschaft werden zwischen 205 €/t und 215 €/t frei Erfassungsstufe für Weizen und 10 €/t weniger für Gerste bezahlt. Speziell bei der Gerste ist der Exporthandel an Ware interessiert, um mögliche Ertragsausfälle in der Ukraine zu kompensieren. Die Mischfutterindustrie sorgt sich um die Rohstoffversorgung und steigt in den Wettbewerb um die Ware ein. Die Tendenz am Markt für Gerste bleibt daher weiterhin eher stabil. (Ps)
stats