Preise für Gerste unter Druck

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Angesichts hoher Erntemengen in der EU-27 sind die Preise für Gerste in den zurückliegenden Tagen erneut unter Druck geraten. Die Erntearbeiten sind jetzt in Deutschland beendet. Sowohl die aufnehmende Hand als auch die Mischfutterindustrie kaufen momentan sehr zurückhaltend Gerste hinzu. International tut sich derzeit wenig. Kaufinteresse gibt es vor allem in den Ländern des Nahen Ostens und auch in Saudi Arabien. Die Verkäufe werden fast ausnahmslos mit Gerste aus der Schwarzmeerregion abgewickelt. Die Preise für hiesige Ware stehen unter Druck und haben sich in den zurückliegenden vier Wochen um 17,50 €/t nach unten bewegt.

Wegen der Erwartung einer guten Ernte 2008 hatte sich die Verarbeitungsindustrie mit Käufen für Gerste in den vergangenen Wochen zurückgehalten. Wurden Anfang Juli 2008 für Gerste Basis September mit der Option auf weitere Lagerung noch um die 182,50 €/t franko Hamburg bezahlt, liegen die Kaufideen jetzt um 165 €/t. In der Landwirtschaft werden nur noch Erzeugerpreise von unter 140 €/t frei Erfassungsstufe in Aussicht gestellt. „Gerste ist aktuell auf dem derzeitigen Preisniveau für die Mischfutterindustrie interessant, so dass der Inlandsbedarf wieder steigen sollte“, meinte ein Hamburger Händler. Ein festerer Preistrend lässt sich daraus kurzfristig aber nicht ableiten. (Ps)

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