Preise für Ölsaaten geben weiter nach


Die Tendenz der Vortage an der Matif setzt sich an den Getreide-
und Ölsaatenmärkten fort. Für einen weiter schwächeren Verlauf sorgen Liquidationen und Gewinnmitnahmen an der Börse in Chicago.

Heute blicken die Händler auf die Veröffentlichung der Quartalsbestände von Getreide und Ölsaaten sowie die Finale Ernteschätzung für den Weizen in den USA. Die Maisnotierungen fielen auf den tiefsten Stand seit drei Monaten.

Die hiesigen Weizennotierungen können dem Druck aus Chicago nicht standhalten und notieren um 1,50 €/t schwächer. Insgesamt können die Getreidemärkte die Turbulenzen an den internationalen Börsen aber besser verkraften als die Märkte für Ölsaaten. Preisstützend wirkt sich aus, dass europäischer Weizen mittlerweile gegenüber der Schwarzmeerregion deutlich konkurrenzfähiger ist. Bei der letzten Ausschreibung für Brotweizen nach Ägypten wurde russischer Weizen bereits 20 US-$/t höher angeboten als Ware aus Frankreich. „Aus dieser Erkenntnis leiten wir ab, dass jetzt wohl der Weg frei ist für einen verstärkten Export von europäischen Weizen", meinte ein niederländischer Exporthändler gegenüber der agrarzeitung (az). Darüber hinaus melden Exporteure Anfragen aus Asien nach EU-Weizen.

Die Landwirte in Norddeutschland und Nordostdeutschland haben mit geschätzten 60 Prozent bis 70 Prozent der Erntemengen 2012 so viel Getreide verkauft wie nie zuvor. Größere Schiffsverladungen werden bald zu einer Entlastung der teilweise angespannten Lagerraumsituation bei Landhandel und Genossenschaften sorgen. Die Preise sind mit 263 €/t für B-Weizen franko Basis Okt. 2012 stabil.

Die Preise für die Rapssaat befinden sich seit einigen Tagen im freien Fall. Allein seit Anfang der laufenden Woche verloren die Rapspreise mit aktuell 473 €/t für die November Lieferung fast 20 €/t. Die Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise mit gewalttätigen Protesten in Griechenland und Spanien trübt die Stimmung auf den Finanzmärkten. Die Rohölpreise und damit auch die Rapsölpreise geraten dadurch stark unter Druck.

Unterdessen schreitet die Sojaernte in den USA unter guten Bedingungen voran. Der Blick der Händler geht jetzt in Richtung Südamerika. Die Aussaatbedingungen bei den Sojabohnen bleiben dort mehr als gut. Bleibt dies so, könnten Argentinien und Brasilien im Frühjahr 2013 136 Mio.t Sojabohnen ernten, das wären fast 30 Mio.t mehr als in diesem Jahr. Jetzt kommt es auf das Wetter an: „Bleibt das Wetter gut, sehen wir weiter nachgebende Sojakurse" hieß es bei einem Rotterdamer Händler. (Ps)
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