Protein wird im Nordwesten zum Sorgenkind

Bei den ersten Weizenpartien im Nordwesten Niedersachsens streuen die Eiweißwerte recht stark. Problematisch könnte das für den Export werden.

Rund 10 bis 15 Prozent der Weizenernte ist bis zum Anfang der Woche eingefahren worden, berichten Erfasser aus Niedersachsen. Die Proteinwerte sind nach jetzigem - frühen - Kenntnisstand das "Sorgenkind", sagen sie. Die Werte liegen bei den selben Sorten teilweise 1,5 Prozentpunkte auseinander. Verantwortlich für diese Befunde zeichnet ein kühler und sonnenarmer Juni.

Sollte sich das Bild bestätigen, dürften die Mühlen im Inland nach Einschätzung von Erfassern und Großhändlern dennoch kein Problem bekommen, da auf der anderen Seite die Kleberwerte stimmten. Schwierigkeiten könnten sich möglicherweise im Drittlandexport ergeben, denn dort sind Proteinwerte von 12,5 bis 14 Prozent gefragt.

Solche Aussagen sind zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch vorläufiger Natur, da der Weizendrusch im Norden und Nordosten Niedersachsens noch am Anfang steht.

Die Mühlen fragen aktuell zwar Preise ab, erfuhr agrarzeitung.de aus Großhandelskreisen. Doch da sich gleichzeitig Mehlkunden zurückhalten, kommen kaum Handelsabschlüsse zustande. In den kommenden drei bis vier Wochen, lautet die Erwartung am Hamburger und nordwestdeutschen Markt, werden die Mühlen aber kaufen müssen, da Anschlussbedarf bestünde.

Bei Raps hat das ex-Ernte-Geschäft nachgelassen, heißt es aus dem niedersächsischen Handel. Landwirte mit Lagerkapazitäten und die Erfassungsstufe halten sich jetzt mit Verkäufen eher zurück. (pio)
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