Raps befreit sich aus Stimmungstief


Die Weizenkurse zeigen wenig Bewegung. Norddeutsche Verarbeiter tätigen Anschlussgeschäfte. Raps tendiert fest.
 
In die internationalen Weizenmärkte ist wieder etwas Bewegung in gekommen. Die Trockenheit in weiten Teilen des US-Weizengürtels und mögliche Auswinterungsgefahren in Russland halten die globalen Weizenmärkte in einer etwas festeren Stimmung.

In den deutschen Seehäfen sind die Weizenexporte für das neue Jahr ruhig angelaufen. Es werden in der Regel alte Kontrakte abgewickelt und verladen. „Aufgrund der internationalen Tendenzen gehen wir von einer stabilen bis unterschwellig etwas festeren Werten aus“, sieht ein Norddeutscher Getreidehändler die weitere Entwicklung für Weizen.
   
Im Norden ist es in dieser Woche zu ersten nennenswerten Anschlusskäufen der norddeutschen Mühlen und der Mischfutterindustrie gekommen. Die Preise haben sich aber nicht wesentlich bewegt und franko Hamburg wird Weizen heute mit 267 €/t für Februar offeriert. Die Geldkurse lagen etwa 2 €/t darunter. An der Matif notierte Weizen gegen Mittag mit 252,50 €/t und damit etwas schwächer als am Vortag.
 
Die nordwestdeutsche Mischfutterindustrie hält sich weiterhin mit Nachkäufen zurück. Die Kurse im Südoldenburger Raum stagnieren bei 270 €/t. Im Mischfutter wird Weizen derzeit mehr und mehr durch den billigeren Mais ersetzt. Hierfür fielen die Kurse frachtfrei Südoldenburg auf 255 €/t zurück.

„Die Substitution von Weizen durch Mais ist in den benachbarten Niederlanden noch extremer zu spüren“, beobachtet ein westdeutscher Marktkenner. Futtergerste lässt sich kaum unterbringen, die Preise bewegen sich zwischen 242 bis 243 €/t frachtfrei Südoldenburg.
 
Weitaus spannender haben sich die Rapsmärkte nach der jüngsten Börsenrally entwickelt. Die festeren Sojabohnennotierungen bieten eine kräftige Stütze, aber auch die Stimmung bei Raps hat sich deutlich verbessert.

An den physischen Märkten wurden die Prämien auf die Matifnotierungen für die vorderen Termine allerdings abgespeckt. Am Oberrhein und Niederrhein sowie auf Hamm werden für Februar Kassapreise von 485 €/t genannt. Dies bedeutet nur noch eine Zehnerpremiere auf die Matif. Am Oberrhein haben sich die Spitzenprämien der Vorwochen inzwischen deutlich reduziert.
 
An der Matif gab die Februar-Notierung nach dem kräftigen Anstieg am Vortag im Mittagshandel leicht nach und notierte knapp unter 475 €/t. „Wenn die Aufwärtstendenz anhält, kann der Raps bald die nächste Widerstandslinie von 485 €/t an der Matif knacken und sich weiter nach oben orientieren", so die Einschätzung am Markt. Voraussetzung ist allerdings, dass sich das Produktgeschäft der Ölmühlen belebt“, umreißt ein Marktbeteiligter das kurzfristige Potenzial für Raps. (St)
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