Rapserträge in Polen höher angesetzt


In Polen haben sich die Aussichten zur Rapsernte etwas verbessert. Dennoch wird das Ergebnis deutlich unter dem Vorjahr angesiedelt sein. Nach reichlichen Regenfällen im Juni zeigen die Ertragsaussichten nach oben. Aktuelle Schätzungen zur polnischen Rapsernte 2012 bewegen sich zwischen 1,5 und 1,6 Mio. t. Am unteren Rand bewegt sich das Agrarstatistikamt in Warschau, das eine Anbaufläche von rund 600.000 ha und einen möglichen Durchschnittsertrag von 2,5 t/ha angibt. Daraus errechnet sich eine polnische Rapsernte von 1,5 Mio. t.

Möglicherweise ist die Fläche etwas größer, weil nach den umfangreichen Auswinterungen doch mehr Sommerraps ausgesät worden ist als zunächst erwartet wurde. Der Branchendienst Oil World unterstellt in seinen Statistiken eine gesamte Rapsfläche von 670.000 ha und einen Durchschnittsertrag von etwa 2,4 t/ha. Damit würde die Ernte fast 1,6 Mio. t erreichen. Der Verband der polnischen Ölmühlen PSPO schätzt Ende Juni in seinem Informationsblatt Oil Express die polnische Rapsernte auf rund 1,6 Mio. t. Etwas niedriger angesiedelt ist die neue Prognose des europäischen Agrarhandelsverbandes Coceral.

Nach diesen aktuellen Schätzungen wäre die Rapsernte in Polen etwa 15 bis 20 Prozent kleiner als im Vorjahr, das bereits ein unterdurchschnittliches Ergebnis gebracht hatte. Ganz pessimistische Prognosen scheinen für 2012 jedoch überholt. Ende Mai hatte der polnische Rapsverband KZPR gewarnt, dass die diesjährige Rapsernte auf nur 1,2 bis 1,4 Mio. t Raps sinken könnte.

Doch auch eine Ernte von etwa 1,6 Mio. t Raps reicht nicht, den Inlandsbedarf der polnischen Ölmühlen zu decken. Das agrarökonomische Institut IERiGZ in Warschau rechnet 2012/13 für Polen mit einem Nettoimportbedarf von etwa 300.000 t Raps. (db)
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