Nach dem Kontraktwechsel für Rapssaat-Futures in Paris loten Teilnehmer im physischen Geschäft das passende Preisniveau aus. Kaum einer wagt sich vor.

Der neue Fronttermin Mai 2013 für Rapssaat an der Matif in Paris liegt heute Mittag mit 1,75 €/t im Plus bei 464,50 €/t. Auf einem hohen Preisniveau von knapp 485 €/t hat sich gestern der alte Frontkontrakt März aus dem Handel verabschiedet.

Der hohe Preisabstand zwischen dem alten und neuen Frontmonat lässt am Kassamarkt in Deutschland Unsicherheit über die weitere Preisfindung erkennen. Abwarten, was die anderen tun, scheint unter Marktteillnehmern die verbreitete Devise zu sein.

Erste Prämienvorschläge von 8 €/t auf den Matif-Maitermin für Rapssaat franko Hamburg zum Termin Februar/März werden besprochen. Manche Händler halten dieses Niveau angesichts der hohen Preise, die im Wochenverlauf für Ware zu frühen Lieferterminen gezahlt wurden, für zu niedrig gegriffen. Die Preise am Kassamarkt hatten sich zuletzt an den Paritäten Neuss, Hamburg und Rostock knapp unter oder auf dem Kursniveau des alten Fronttermins März an der Matif bewegt.

Die Preisfantasien für den Rapsmarkt scheinen ab April eher gedämpft zu sein. Zum einen rechnen Marktteilnehmer dann mit einem höheren Sojaangebot aus den Ernten in Argentinien und Brasilien. Zum anderen sind die Palmölbestände in Indonesien und Malaysia hoch, was den Absatz von Rapsöl in der Verwertungsschiene Biodiesel bremsen könnte.

Die zunehmenden Wettermarktdiskussionen um Argentinien und Brasilien, wo es in einigen Anbaugebieten zu nass beziehungsweise zu trocken ist, betrachten Händler und Makler hierzulande differenziert. Einen erheblichen, witterungsbedingten Ernterückgang wie im Frühjahr 2012 halten sie nicht mehr für wahrscheinlich. „Vergangenes Jahr hatten wir eine andere Situation: Da war es bereits im November und Dezember 2011 in Südamerika zu trocken“, sagte ein Händler.

Ein Thema, was Marktteilnehmern zufolge in nächster Zeit für den Ölsaatenmarkt noch an Bedeutung gewinnen könnte, ist die aktuelle Trockenheit in den USA, die weite Teile des Mittleren Westens betrifft. Allerdings mahnen einzelne Gesprächspartner zu Bedacht: „Noch ist keine Sojabohne in den USA im Boden“, heißt es.

Wenig Bewegung zeigt heute Mittag der Weizenmarkt in Paris. Der Frontmonat März liegt 0,5 €/t im Plus bei 248,25 €/t. In Chicago zeigen sich die Weizen-, Mais- und Soja-Futures von ihrer freundlichen Seite. Besonders fest tendiert die Bohne. (pio)
stats