Im Westen ist die Getreideernte in dieser Woche buchstäblich ins Wasser gefallen. Niederschläge von bis 100 mm und regional noch mehr in den vergangenen Tagen lassen erst einmal keine Erntearbeiten zu. „Die Niederschläge von 100 bis 150 mm, die uns im Frühjahr gefehlt haben, bekommen wir nun an drei Tagen“, kommentiert ein westdeutscher Getreidehändler die ungewöhnlich nasse Woche. Die Gerste steht in westdeutschen Raum noch weitgehend auf dem Halm, doch der Regen hat den Weizen dermaßen durchnässt, dass die Bestände verstärkt ins Lager gehen.
 
Im südlichen Rheinland konnte die Gerstenernte vor dem Wetterumschwung weitgehend abgeschlossen werden. Die guten Erträge haben sich dort bestätigt, die sehr schweren Hektolitergewichte haben sich allerdings leicht auf 64 bis 65 kg reduziert. Auch der Niederrhein hat Zweidrittel der Gerste eingefahren.

Die Hektolitergewichte sind dort und in der Soester Börde mit 62 bis 63 kg normal. In Ostwestfalen sind erst 10 Prozent gedroschen, die Naturalgewichte bieten mit 55 und 63 kg/hl noch kein einheitliches Bild. Die Erträge im Westfalen und im Südoldenburger Raum liegen im Schnitt bei 7 bis 8 t/ha, in der Börde wurden aber auch 10 t/ha geerntet.
 
Die Erzeugerpreise für Gerste haben sich mit rückläufigen Weizenpreisen auch etwas abgeschwächt. Im Rheinland werden für Futtergerste Kurse von 142 bis 143, am Niederrhein von 145 bis 147 €/t und in Westfalen zwischen 140 und 150 €/t je nach Marktnähe genannt. Im Südoldenburger Raum sind Erzeugerpreise von 160 bis 165 €/t im Gespräch. Sie liegen auf ähnlichem Niveau, wie die Gerste dort franko ex Ernte gehandelt wird. Die Landwirte rechnen die Gerste überall nur sehr verhalten ab und hoffen auf bessere Preise. (St)
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