Ernte 2016

Regen macht Strich durch die Rechnung


Die bisherigen Ergebnisse der Getreide- und Winterrapsernte fallen im Vergleich zum Vorjahr enttäuschend aus.  Dem Getreide fehlte bei den hohen Niederschlagsmengen in der ertragsbildenden Phase die notwendige Sonneneinstrahlung. In der Folge bildeten sich überwiegend kleine, leichte Körner, sodass die Ertragserwartungen nicht erfüllt werden und die Hektarerträge nahezu flächendeckend hinter das Vorjahresergebnis zurückfallen. Die sich bei der Gerste anfänglich abzeichnenden Ertragsminderungen gegenüber dem Vorjahr bestätigten sich im weiteren Ernteverlauf. Sie erreichen regional bis zu 35 Prozent im Vergleich zu 2015. Im Bundesdurchschnitt liegen die Erträge bei 6,7 (Vorjahr: 7,7 t/ha). Dies geht aus dem zweiten Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor, der sich auf Meldungen aus den 18 Landesbauernverbänden stützt.

Winterweizen ist in den meisten Regionen zu einem Drittel gedroschen. Auch hier erwarteten die befragten Landesbauernverbände einen Rückgang von 10 bis 20 Prozent.

Roggen gibt sich stabil

Die Roggenernte steht in den Anfängen vor allem in den wichtigen Anbauregionen Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Von insgesamt gut 575.000 ha entfallen auf diese drei Bundesländer knapp 366.000 ha. Erste Ergebnisse aus diesen Regionen lassen derzeit einen durchschnittlichen Roggenertrag von 5,5 t/ha erwarten.

Raps im Endspurt

In Mecklenburg-Vorpommern und in Schleswig-Holstein gehen die Raps-Hektarerträge auf Grund von Auswinterungsschäden um bis zu 35 Prozent gegenüber Vorjahr zurück. Im Durchschnitt des Bundesgebietes zeichnet sich ein Rapsertrag von 3,4 t/ha ab. Im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt entspricht dies einer Ertragsminderung um knapp 11 Prozent. Insgesamt beziffert der DBV die deutsche Rapsernte in seiner aktuellen Schätzung auf 4,5 Mio. t. Mitte Juli war der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) noch von 4,9 Mio. t Raps ausgegangen. Eine abschließende Bilanz der Ernte 2016 wird der DBV am 19. August vorlegen. (da)
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