Eine turbulente Anbausaison liegt hinter den Landwirten im Erfassungsgebiet der ZG Raiffeisen. Der Niederschlag hat die Aussichten für die Maisernte verbessert, die zuvor durch die extreme Hitze und Trockenheit im Juni bedroht war.

„Die Getreideernte in Baden ist zu 95 Prozent eingefahren und wird als befriedigend bis gut beurteilt“, sagt Utz. Die Ernte im Rheintal begann im Juni und damit zu einem sehr frühen Erntebeginn. Die Hitze im Juni brachte einen Abreifeschub. Auf trockenen Standorten führte dies bereits zu ersten Ertragsausfällen, sagte heute Franz Utz, Bereichsleiter Getreide der ZG Raiffeisen in Karlsruhe.

Qualitativ ist die Ernte 2017 deutlich gesünder als im Vorjahr, das heißt mit weniger Mykotoxinen belastet, eingebracht worden. Teilweise sind niedrigere Hektoliter-Gewichten bei Weizen festzustellen. Die Druschergebnisse beim Raps liegen bei 3,5 bis 5 t/ha. Der Ölgehalt beim Raps liege oberhalb von 42 Prozent. Die Sommerbraugerste wird unterschiedlich beurteilt, im Hauptanbaugebiet Nordbaden jedoch überwiegend positiv.

Dauerregen beruhigt Getreidemärkte

Zugleich hat der Dauerniederschlag Ende Juli die Aussichten für die Maisernte 2017 wieder deutlich verbessert, die zuvor durch die extreme Trockenheit im Juni akut bedroht worden war. Für den Maisbestand wäre moderater Niederschlag weiterhin vorteilhaft, damit die Pflanzen ihr volles Wachstum erreichen können. Utz erwartet insgesamt eine gute Körnermaisernte und sehr gute Rohmasseerträge, wovon insbesondere Veredelungsbetriebe und Biogasanlagen profitieren würden. Zugleich würde damit auch der Wettbewerb um die Anbauflächen von Körnermais abnehmen, der bei geringen Rohmasseerträgen häufig als Silomais verwendet wird.

Die Getreidemärkte haben sich mittlerweile zu volatilen Wettermärkten entwickelt. „Alle Wettbewerber zahlen Erzeugerpreise, die nur durch ein höheres Spekulationsrisiko realisiert werden können“, sagt Utz. Er verweist auf ein höheres Vorvertragsvolumen als vor einem Jahr mit den Landwirten. Die ZG Raiffeisen bietet Mitgliedern über besondere Vermarktungsmodelle die Möglichkeit, ihre Ernte auf den Getreidemärkten gegen Preisschwankungen abzusichern, ohne auf eine wettbewerbsangepasste Vermarktung verzichten zu müssen. (da)
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