In Niedersachsen werden die Erntearbeiten immer wieder durch Regenfälle unterbrochen. Trotz der Behinderungen sind die Landwirte über die Niederschläge froh, denn Mais, Zuckerrüben und Grünland sind dringend auf das Wasser angewiesen. Der Erntefortschritt ist regional sehr unterschiedlich. Im Osten sind rund 80 Prozent der Wintergerste gedroschen, im südlichen Emsland sind es etwa drei Viertel, an der Mittelweser steht nur noch wenig Wintergerste auf dem Halm. In Ostfriesland wurde gestern auf leichten Böden die erste Wintergerste gedroschen. An der Küste rechnet der Erfassungshandel ab der Wochenmitte mit größeren Anlieferungen.

Die Qualität ist durchweg gut. Zu niedrige Hektolitergewichte werden nur selten gemessen. Die Erträge liegen unter dem sehr guten Vorjahresergebnis, aber in Fünfjahresschnitt. Bei den Preisen gibt es das übliche West-Ost-Gefälle. Im Raum Göttingen werden frei Landlager 140 €/t bezahlt, im Emsland sind es 170 €/t, bei Rücknahme von Mischfutter auch 5 €/t mehr. Wenn es das Wetter erlaubt, wird die Wintergerstenernte in den meisten Landesteilen in den nächsten Tagen abgeschlossen. Schon am Wochenende könnte die Ernte von Raps und Triticale beginnen.

Zu Beginn der kommenden Woche wird mit der ersten Braugerste gerechnet. Wegen der fehlenden Niederschläge wurden die Felder bis zu fünf Mal beregnet. Dank der künstlichen Bewässerung können gute Erträge und Qualitäten erwartet werden.(SB/jst)
stats