Die Rapsernte in Niedersachsen dürfte noch andauern. Auf einigen Standorten sind die Bestände noch recht grün. Die häufig ungleichmäßige Abreife des Rapses bereitet den Landwirten immer wieder Schwierigkeiten bei der Ernte, weil das Dreschen dadurch unterbrochen wird.

Dennoch erwarten die Fachberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine gute Ernte. Auf den leichteren Böden, auf denen der regelmäßige Niederschlag für eine gute Wasserversorgung der Pflanzen gesorgt hat, rechnen die Fachleute sogar mit sehr guten Erträgen. Beim Raps bedeutet das vier bis fünf Tonnen pro Hektar.

Die guten Bedingungen des frühen und warmen Frühlings haben allerdings zu einem starken Massezuwuchs zu Lasten des Kornzuwuchses geführt. Die Stängel der Pflanzen sind gut ausgeprägt und haben auch viele Schoten angesetzt, ob die Tausendkornmasse (TKM) dem gewünschten Wert entspricht, bleibt abzuwarten, so die Fachleute. Die Tausendkornmasse ist die Trockenmasse von 1.000 Körnern und bestimmt neben der Anzahl Körner pro Quadratmeter den Ertrag.

Mehr Futterweizen

Auf guten Standorten sprechen die Experten der Kammer von guten bis sehr guten Erträgen beim Weizen. Die Erträge dürften vermutlich in weiten Bereichen schwanken, da vielfach infolge der starken Niederschläge Lager entstanden ist und auch Pilzkrankheiten die Pflanzen befallen haben. 

Fachleute befürchten auch Einbußen bei der Qualität, sollte der Weizen reif sein und aufgrund von Niederschlägen nicht geerntet werden können. In diesen Fällen fällt die Fallzahl ab. Mit der Fallzahl wird die Backfähigkeit von Getreidemehl geprüft.

Sollte die Fallzahl für Backweizen zu gering sein, könnte der eingebrachte Weizen nur als Futterweizen verkauft werden – was wiederum den Preis drücken würde. Eine andere Gefahr ist, dass der sich im Lager befindliche Weizen zu keimen beginnt und auswächst: Das war zuletzt 2010 der Fall. (az)
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