Roggen verliert an Attraktivität


Die Märkte für Getreide und Ölsaaten in Ostdeutschland sind in Winterruhe. Händler berichten lediglich von Anfragen für Weizenlieferungen ab Februar. Nach Einschätzung von Marktteilnehmern wird sich auch in der kommenden Woche wenig tun Die Landwirte sind in einer komfortablen Situation, sie verfügen nach der Auszahlung der Direktzahlungen über ein gutes finanzielles Polster und sind nicht gezwungen, Ware zu verkaufen.

Die Nachfrage ist allerdings auch nicht drängend. Die Mühlen versorgen sich aus alten Kontrakten, die zur Auslieferung im Januar schon längst in den Büchern stehen. Die Abrufe von Qualitätsweizen aus Thüringen hat merklich nachgelassen. Vor Jahresfrist war Weizen mit hohen Proteinwerten gefragt, um diesen mit schwächeren Partien für den Export aufzumischen. Brotroggen wird so gut wie gar nicht aufgerufen.

Am Rande von Wintertagungen, die derzeit fast täglich stattfinden, diskutieren Landwirte über die weitere Preisentwicklung bei Weizen. Die Ansichten gehen auseinander: Bewahrheiten sich die knappen Lagerbestände, erwarten Landwirte im Frühjahr noch einmal einen Preissprung bei Weizen bis zu 250 €/t. Händler halten in den Gesprächsrunden dagegen, dass es vor der Ernte einen Einbruch geben könnte. "Doch auch mit 200 Euro je Tonne für Brotweizen können wir leben", meinte ein Landwirt schmunzelnd.

Auch beim Raps ist eine gewisse Bescheidenheit erkennbar. "500 Euro je Tonne werden bestimmt nicht mehr aufgerufen", heißt es übereinstimmend. Die Ölmühlen rechnen mit spitzem Bleistift und sind mit Abschlüssen von neuen Kontrakten vorsichtig.

Der Kassamarkt für Weizen ab ostdeutscher Station liegt heute bei rund 247,00 €/t. Wie schon in den vergangenen Tagen starten die Notierungen für Weizen und Raps auch zum Wochenschluss an der Pariser Börse freundlich, nachdem sie den Vortag mit einem Minus beschlossen haben. Heute mittag liegt der Weizenkontrakt an der Matif für März bei 249 €/t, das ist ein leichter Zugewinn von 1 €/t. Raps notiert für den Februartermin bei 462€/t, das sind 0,75 €/t mehr als am Donnerstag. (da)
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