Russland schraubt Exportziel runter

Das Agrarministerium in Moskau senkt die Prognose für mögliche Getreideausfuhren. Auch zu russischen Importen gibt es klarere Ansagen.

Auf 14 Mio. t beziffert ein hochrangiger Vertreter des Ministeriums zum Wochenanfang die Getreidemengen, die Russland 2012/13 am Weltmarkt absetzen kann. Die Moskauer Analysten von APK-Inform weisen darauf hin, dass die bisherige offizielle Prognose mit 15,5 Mio. t wesentlich höher war. Die jetzt genannte Marke von 14 Mio. t wäre bald erreicht, denn nach den offiziellen Zahlen hat Russland von Juli bis Dezember bereits 13,5 Mio. t Getreide exportiert.

Darüber hinaus behält Russland voraussichtlich seinen Importzoll von 5 Prozent für Getreide bei. In den vergangenen Wochen waren Überlegungen aus dem Agrarministerium bekannt geworden, dass der Importzoll vorübergehend auf Null gesenkt werden könnte, um die Futtergetreideversorgung zu verbessern. Das Ministerium habe sich am Montag dagegen entschieden, berichtet APK-Inform.

Vorerst bezieht Russland im Rahmen der Zollunion Weizen aus dem benachbarten Kasachstan. Nach einem Bericht der Agentur Ria Novosti könnten sich Russlands zollfreie Importe von kasachischem Weizen 2012/13 auf rund 1 Mio. t im Vergleich zum Vorjahr vervierfachen. Bislang sollen in der aktuellen Saison aber erst rund 200.000 t gekommen sein. Das bedeutet, dass die größere Importmenge von etwa 800.000 t noch ausstünde. (db)
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