Ernte 2014

Russland stößt an logistische Grenzen

Die Organisation von Ernte und Lagerung der großen Mengen ist eine erhebliche logistische Herausforderung. „Es fehlen Drusch-, Trocknungs- und Lagerkapazitäten", berichtet Tobias Schenk, der als Technischer Direktor für Rusagro tätig ist. Zu dieser Agrarholding gehören in Südrussland gut 400.000 ha Ackerland. „Besonders die fehlenden Transportkapazitäten aus unserem Überschussgebiet in die viehhaltenden Regionen oder an die Häfen kann die Kette zum Stocken bringen", ergänzt Schenk. Bis zur Wochenmitte waren in Südrussland gut 35 Prozent der Flächen gedroschen. Die Weizenerträge werden dort mit 5,3 t/ha angegeben.

Extreme Ausschläge
Die 100-Millionen-Marke hat Russland seit 1990 nur einmal übertroffen: Im Jahr 2008 sind in dem Land 106 Mio. t Getreide gedroschen worden. Eine hohe Ernte hat außerdem das Jahr 2009 mit 94 Mio. t gebracht. Extrem schwache Erntejahre waren dagegen 2010 mit nur 58 Mio. t und 2012 mit 67 Mio. t. (db)
Aktuell wird für Mahlweizen als Preis ab Lager der Erzeuger rund 7.500 Rubel/t genannt, das entspricht umgerechnet 165 €/t. Futterweizen liegt etwa 10 €/t tiefer. Schenk rechnet damit, dass die Produzenten wegen der schwachen russischen Währung auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig anbieten können.

Aus dem Moskauer Agrarministerium wird in diesen Tagen gemeldet, dass die russische Ernte 2014 die Marke von 100 Mio. t übertreffen könnte. Im Vorjahr ist in Russland mit rund 89 Mio. t bereits eine überdurchschnittliche Menge gedroschen worden. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium meldete Ende voriger Woche für Russland 2014 eine Ernteschätzung von 91,5 Mio. t.  (Ps)
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