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Landwirte in Südrussland zeigen sich mit den bisher erzielten Erträgen zufrieden. Beim Winterweizen sind etwa 10 Prozent mehr drin als im Vorjahr. Landwirte berichteten dort in dieser Woche den Teilnehmern einer Agrarreise von durchschnittlichen Erträgen von 3,5 t/ha auf den guten Schwarzerdeböden. 

Verkaufsdruck nimmt zu

Bei einigen Agrarholdings, die die Pflanzenproduktion nach westeuropäischen Standards führen, werden sogar 6,0 bis 6,5 t /ha beim Weizen gedroschen. Der Proteingehalt liegt zwischen 11,5 bis 12  Prozent. Insgesamt spüren die Betriebsleiter in Südrussland einen starken Verkaufsdruck. Derzeit würden umfangreichen Getreidemengen in Rostow am Don mit Anbindung an das Schwarze Meer für den Export verladen. 

Mähdrescher kommen voran

 
Für ganz Russland meldet das Agrarministerium in Moskau, dass bis Mitte der Woche 18,8 Mio. t Getreide eingebracht waren. Das ist weit mehr als die doppelte Menge wie zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Hektarerträge sind deutlich höher. Das von der Moskauer Regierung ausgegebene Ziel für die gesamte russische Getreideernte 2013 liegt bisher bei 95 Mio. t.

Allerdings berichtet das Ministerium in der aktuellen Ernte von Ausfällen. Sie sind Folge der außergewöhnlich großen Hitze, die von Juni bis Anfang Juli weite Teile des europäischen Russlands im Griff hatte. Nach vorläufigen Erhebungen sind Schäden auf 7,7 Mio. ha und erhebliche Verluste auf 1,9 Mio. ha der russischen Getreidefläche festgestellt worden. Dies entspricht knapp 3 Prozent des russischen Getreideanbaus.

Analysten setzen Zahlen nach unten

Prognosen zur Weizenernte
Quelle der
Prognose
Ernte 2013 in Mio. t
USDA54,0
IGC52,0
Agritel51,3
SovEcon51,5
zum Vergleich Vorjahr
Ernte 201237,7
Zusammenstellung: agrarzeitung.de
Wegen der Trockenheit haben einige Analysten die Schätzungen zur russischen Weizenernte bereits nach unten korrigiert (siehe Tabelle). Lediglich das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat die hohe Prognose von 54,0 Mio. t auch in dieser Woche bestätigt. Andere Schätzungen gehen bis 51,3 Mio. t nach unten. Das Agrarministerium in Moskau hält sich noch bedeckt. Es gibt lediglich  die Aussage, dass die bisherige Prognose von 54,0 Mio. t wahrscheinlich nicht zu halten sei, aber die Weizenernte auch nicht unter 50,0 Mio. t fallen werde.

In jedem Fall wird die russische Ernte deutlich höher als im Vorjahr ausfallen, das ein extrem schwaches Ergebnis gebracht hatte. (Ps/db)
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