Roggen und Weizen dreschen in Ostdeutschland besser als gedacht. Das wechselhafte Wetter bremst die Erntearbeiten. Seit Ende vergangener Woche stehen die Mähdrescher im Osten still. Der Regen und die Abkühlung haben die Erntearbeiten jäh unterbrochen. In Brandenburg ist bisher nur wenig Roggen gedroschen. Die Bestände sind noch zu feucht. Die Landwirte wollen ab heute Mittag wieder versuchen, auf die Felder zu fahren. Erste Proben zeigen, dass der Roggen wesentlich besser als der Weizen mit der Trockenheit klar gekommen ist. Lediglich ein hoher Anteil an Schmachtkorn wird erwartet. Die sächsischen Roggenanbauer berichten von Hektolitergewichten bei Roggen zwischen 70 und 72 kg. Rund 40 Prozent des Roggens sind in Sachsen etwa geerntet. Im Leipziger Raum sind die Mähdrescher bereits wieder auf den Äckern. Der Roggenpreis ab Station liegt bei 123 bis 125 €/t.

Die Weizenernte steht überall noch ganz am Anfang. Die ersten Proben deuten allerdings nicht auf eine so schlechte Qualität hin, wie es in den vergangenen Wochen prognostiziert wurde. Sollten sich die zufriedenstellenden Proteinwerte und die durchschnittlichen Mengen bestätigen, könnte dies auf die Preise drücken. Erste Händler sprechen schon davon, dass 2010 eventuell wieder die Preise in der Ernte die höchsten gewesen sein könnten. In Sachsen sind A-Weizen mit 13,5 Prozent Protein und 70 bis 75 dt/ha gedroschen. Ab Station lässt sich für A-Weizen in Sachsen 150 bis 155 €/t erzielen. Die Preise für B-Weizen liegen bei 145 bis 148 €/t.

Die Rapsernte verläuft völlig uneinheitlich. Zu unterschiedlich reif sind dieses Jahr die Sorten. In Brandenburg gibt es Durchschnittserträge von 20 bis 30 dt/ha und Ölgehalte von 39 bis 45 Prozent. In Sachsen wird von 35 bis 43 dt/ha Raps und Ölgehalten von 43 Prozent im Mittel berichtet. (sta)
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