Schwache Hektolitergewichte bei Gerste in Sachsen


Die Erwartungen in Sachsen zu Erntemengen und Erträgen sind verhalten. Zum Wochenende startet im nördlichen Sachsen die Wintergerstenernte. "Wir rechnen in diesem Jahr mit höchstens durchschnittlichen Getreideerträgen, die nicht an das gute Vorjahresergebnis heranreichen werden", sagte am Donnerstag Wolfgang Vogel, Bauernpräsident in Sachsen, beim offiziellen Erntestart in Grimma. Teilnehmer vermuten bei der Wintergerste Hektolitergewichte, die unterhalb von 60 kg liegen werden. Die niedrigen Temperaturen im Mai und die darauf folgende Trockenheit habe der Gerste zugesetzt, beschreibt ein Pflanzenbauer die Ursachen. Die Abreife erfolgt zu schnell. Ein erster Probedrusch am Donnerstag brachte auf dem Gerstenfeld in Grimma noch einen Feuchtigkeitsgehalt von 17 Prozent. Am Wochenende könnte die Ernte dann starten, nach der Faustformel, jeden Tag ein Prozent Feuchtigkeit weniger. 
Landwirte warten mit dem Verkauf ihrer Gerste noch ab. Die hohen Notierungen an den Börsen seien beim Agrarhandel noch nicht angekommen. Bestätigen sich die schwachen Ernteerträge und Mengen, könnte der Preis noch steigen.

Sorgen bereitet auch in Sachsen der Weizen. Die Ähren sind weiß, die Entwicklung der Körner ist wegen der Hitze abgeschlossen. Darunter sind die Stängel noch sehr grün und nicht abgereift. In einem kümmerlichen Zustand zeigt sich der Mais. Die Stängelhöhe hat in den Höhenlagen 30 cm erreicht und liegt damit weit unter dem normalen Wachstumsstand. Zudem sind die Bestände sehr lückenhaft. (da)
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