Ernte 2017

Schwache Weizenernte im Westen befürchtet

Auf dem westdeutschen Börsentag herrschte große Skepsis über die bevorstehende Weizenernte im westdeutschen Raum. Fehlende Niederschläge und die Hitzewelle im Juni hätten dem Weizen erheblich zugesetzt, so Stimmen aus dem Handel. Von Januar bis Juli fehlen im Rheinland 150 l der üblichen Niederschlagsmengen. Auf den Böden mit schwacher Wasserversorgung deutet sich eine 10 bis 14 Tage frühere Weizenernte ab. Bei feuchter Witterung in den nächsten Tagen und der frühen Abreife könnten die frühen Bestände ungewöhnlicherweise sogar Problem mit den Fallzahlen bekommen, so die Befürchtungen. Auch bei den Naturalgewichten und der Siebsortierung deuteten sich möglicherweise Probleme an. Fusarien dürften in diesem Jahr allerdings keine Schwierigkeiten bereiten.


Auf dem westdeutschen Börsentag diskutierten die Teilnehmer am Mittwoch die Aussichten für die westdeutsche Getreideernte.
-- , Foto: St
Auf dem westdeutschen Börsentag diskutierten die Teilnehmer am Mittwoch die Aussichten für die westdeutsche Getreideernte.

Die Ertragsaussichten für den westdeutschen Weizen sind gedrückt. „Wenn wir 20 Prozent weniger Weizen als im Vorjahr ernten, können wir im Rheinland froh sein“, beschreibt ein Erfassungshändler die Stimmung. Gegenüber dem langjährigen Mittel könnten die Weizenerträge sogar um 25-30 Prozent abfallen, befürchten andere Händler.


Die Erfassungsmengen aus der diesjährigen Ernte dürfen zusätzlich unter der um 2 bis 3 Prozent eingeschränkte Weizenfläche im Westen leiden. Die Landwirte haben in diesem Jahr sehr wenig Weizen für die kommende Ernte vorverkauft. Schätzungen zufolge liegen die Vorverkäufe im Rheinland bei etwa 10 bis 15 Prozent und damit erheblich unter den Vorjahren. Auch in der Phase, als die Weizennotierungen an der Matif kürzlich bis auf 183 €/t für den Dezember-Termin angestiegen waren, wurden die höheren Preise nur im geringen Umfang für Teilverkäufe genutzt. In der Landwirtschaft herrscht große Unsicherheit über die Erträge.

Die Gerstenernte im Westen ist nach den jüngsten Niederschlägen erst einmal unterbrochen. Bisher sind etwa 20 bis 30 Prozent der Gerste vom Feld, die Erträge liegen durchweg hinter dem Vorjahr zurück. Ob die späteren Partien bessere Erträge bringen, bleibt abzuwarten. Die schweren Böden sind jedoch möglicherweise etwas besser mit niedrigen Niederschlagsmengen in diesem Jahr zurechtgekommen. (St)
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