Schwacher Erntestart in Australien


In Australien beginnt die Getreide- und Rapsernte. Die Prognosen sind unter dem Vorjahresergebnis.

Nach einer langen Trockenphase fahren nun die australischen Farmer ihre Ernte ein. Auf keinen Fall werden die Erträge an die Rekordzahlen des Vorjahres herankommen, prognostiziert heute die australische Agrarstatistikbehörde Abares. Für das Wirtschaftsjahr 2012/13 schätzt Abares das Wintergetreide auf 35 Mio. t, das ist ein Rückgang um 23 Prozent. Besonders unter der Trockenheit haben die wichtigen Kulturen Weizen, Gerste und Raps gelitten.

Die Farmer dürften nun noch rund 22 Mio. t Weizen ernten, das ist ein Einbruch von 26 Prozent oder 8 Mio. t, bei einer annäherend gleichen Anbaufläche. Typisch für den Kontinent sind die großen Abweichungen bei den Flächenerträgen. Konnten vor einem Jahr 2,14 t Weizen vom Acker geholt werden, sind es in dieser Ernte voraussichtlich nur 1,65 t/ha. Nicht viel besser schaut es bei Gerste aus. Auch für Gerste schraubt Abares seine Erwartungen zurück und rechnet in der Dezember-Schätzung mit rund 6,9 Mio. t, das wären 18 Prozent weniger als 2011/12.

Die Hoffnungen auf eine gute Rapsernte sind auch geschwunden. Auf die neueste Ernteschätzung von 2,6 Mio. t (minus 16 Prozent ) werden auch die internationalen Märkte reagieren. Damit fehlen gegenüber dem Vorjahr rund 500.000 t australischer Raps, die dringend benötigt werden.

Australien wird nun weniger als erwartet Raps exportieren können. Auch deutsche Ölmühlen rechnen mit australischer Ware, nachdem schon aus der Ukraine weniger Raps kommt. Bis vor wenigen Monaten konnte Australien noch mit alterntigem Raps aus dem Vorjahr in einigen EU-Ländern aushelfen. Australischer Raps ist begehrt, weil er frei von gentechnischer veränderten Organismen ist.

Einzig hoffungsvoll stimmt die Sommergetreideernte in Australien. Sie liegt unverändert bei 5,5 Mio. t. (da)
stats