Ernte 2015

Schwächere Proteinwerte im Westen


Im Rheinland ist die Weizenernte sehr gut vorangekommen. Rund zwei Drittel sind vom Feld. Die Erträge weisen in diesem Jahr eine größere Bandbreite auf und schwanken zwischen 60 und 120 dt/ha. Im Schnitt zeichnet sich ein Weizenertrag von um die 90 dt/ha ab. Der Erfassungshandel rechnet im Schnitt mit 10 Prozent weniger Weizen als im Vorjahr.
 
Bei hohen Naturalgewichten fallen die Proteinwerte allerdings ab. Im südlichen Rheinland und nördlichen Rheinland-Pfalz weisen etwa 30 bis 40 Prozent des Weizens nur Proteinwerte zwischen 10 und 11 Prozent auf. Weiter nach Norden fallen die Proteinwerte etwas besser aus; 25 bis 30 Prozent werden in den Futtertrog wandern. Der größte Teil der Partien schafft jedoch knapp um die 12 Prozent Protein. Die Erzeugerpreise lagen zur Wochenmitte in der Köln Aachener Bucht um die 155 €/t frei Lager. Der Erfassungshandel geht davon aus, dass die Landwirte nach dem Preisbruch der Vortage etwa 60 Prozent ihrer Weizenpartien einlagern werden.
 
Auch in Westfalen hat die Weizenernte am Wochenende verstärkt eingesetzt. Regional sind bereits ein Drittel der Flächen geerntet. Die Erträge differieren je nach Bodengüte und Feuchtigkeitsverhältnisse. Im Schnitt zeichnen sich Erträge zwischen 80 und 90 dt/ha ab. Die Hektolitergewichte sind gut, die Proteinwerte fallen auch im westfälischen Raum etwas ab, doch das Gros der Weizenernte bringt mit 11,5 Prozent Protein im Schnitt noch mühlenfähige Ware.
 
Die Rapsernte ist zu einem großen Teil abgeschlossen. Im Rheinland standen zur Wochenmitte noch 15 Prozent Raps und in Westfalen noch 25 Prozent auf dem Feld. Die Erträge liegen im Schnitt 10 bis 15 Prozent unter den sehr guten Ergebnissen des Vorjahres, lassen aber noch eine durchschnittliche Rapsernte erwarten. Die Ölgehalte sind durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich, bewegen sich bei einem mittleren Wert von 44 Prozent zwischen 43 und 47 Prozent in der Spitze.  
 
Die bisher geernteten Sommergerstenpartien im Rheinland fallen mit Erträgen zwischen 60 und 70 dt/ha gegenüber dem Vorjahr etwas ab. Die Qualitäten sind bei guten Vollkornanteilen durchwachsen. Die Eiweißgehalte passen zwar weitgehend, liegen zum Teil aber über 11 Prozent. (St)
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