Ernte 2017

Schwierige Ernte in Ostdeutschland

In Norddeutschland sind erst rund zehn Prozent des Weizens geerntet. Mit der andauernden Feuchtigkeit wachsen die Befürchtungen, mindere Qualitäten einzufahren. In den vergangenen Tagen sind große Teile des Weizens „ins Lager" gegangenen. In Norddeutschland dürfte gut ein Drittel der gesamten Weizenflächen am Boden liegen.

„Probleme mit der Fallzahl sind jetzt eigentlich schon vorprogrammiert, da die Bestände nicht mehr abtrocknen", meinte ein Landwirt aus Mecklenburg. Die Betriebe haben auch Auswuchs an der Triticale festgestellt. Die Mühlen sind zurückhaltend beim Kauf von Brotgetreide und wollen die Qualitäten erst einmal abwarten.

In Mecklenburg-Vorpommern sind bisher rund 15 Prozent des Weizens gedroschen. Im Raum Sachsen-Anhalt bestätigt sich das Ost-West-Gefälle laut Händlern, bisher seien rund 30 Prozent des Weizens in der Region gedroschen - wenn auch aktuell Regenfälle wieder für Unterbrechungen gesorgt haben. Die Gerstenernte ist in Sachsen-Anhalt inzwischen mit mittelmäßigen Ergebnissen abgeschlossen. In Schleswig-Holstein ist die Weizenernte in den Anfängen.

Für den B-Weizen ex Ernte erhalten die Landwirte in Mecklenburg um 157,50 €/t ex Ernte bzw. 160 €/t Basis Abrechnung September. Für den A-Weizen werden aktuell 4 €/t Prämie bezahlt. Viele Erzeuger spekulieren nun angesichts möglicher Qualitätseinbußen darauf, dass diese Schere zwischen A- und B-Weizen in den kommenden Wochen weiter auseinander gehen könnte. Die Matif Kurse kommen kaum vorwärts. Dies ist die Folge davon, dass die westeuropäischen Anbieter derzeit gegen Weizen aus der Schwarzmeer-Region im Export preislich keine Chance haben.

Die Ergebnisse der Rapsernte sind ernüchternd. Erträge von unter 30 dt/ha sind offenbar keine Seltenheit. Beim Raps wird auf einigen Betrieben starker Auswuchs festgestellt, der teilweise ganze Pflanzen als Totalverlust darstellt. „Einige Felder mit Raps werden nun wohl nur noch 50 Prozent bis 60 Prozent von den Mengen ernten, die noch vor einigen Wochen für möglich gehalten wurde", hieß es in bei einem Landwirten aus Mecklenburg. (Ps)
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